Lübeck. Die Hansestadt Lübeck will Teile ihrer Hafengesellschaft verkaufen. Mit der Beteiligung eines strategischen Partners sollen langfristige Investitionen für den Ausbau gesichert werden, teilte Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) heute mit. Bis 2015 werden rund 110 Millionen Euro benötigt. Der Anteilsverkauf diene nicht in erster Linie der Haushaltssanierung, sondern der Sicherung des Hafenstadtortes, sagte Saxe. Die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) gehört zu fast 100 Prozent der Stadt. „Wir suchen keinen Investor, der kurzfristige Renditeziele verfolgt, sondern einen Partner mit dem notwendigen Know-how im Hafen- und Logistikbereich, der ein langfristiges wachstumsorientiertes Unternehmenskonzept umsetzen kann“, sagte Saxe. Die Hansestadt will ein Interessenbekundungs- und Verhandlungsverfahren einleiten, das voraussichtlich bis zu eineinhalb Jahren dauernd wird. Die Bürgerschaft soll Ende März über die Pläne beraten. Der Lübecker Hafen mit der LHG und einem privaten Unternehmen als Betreiber ist mit einem Marktanteil von 40 Prozent der größte deutsche Ostseehafen. Mit 24,6 Millionen Tonnen im Jahr 2005 entfallen auf die LHG mehr als 90 Prozent des Gesamtumschlags. Das Unternehmen beschäftigt rund 1000 Mitarbeiter, der Umsatz liegt nach Angaben der Hansestadt bei 96 Millionen Euro. Die Stadt hatte 1999 auch die Anteile des Bundes übernommen, der bis dahin die Hälfte der Gesellschafteranteile gehalten hatte. (dpa/sb)
Lübeck verkauft Anteile an Hafengesellschaft
Ostseehafen sucht finanzkräftigen Partner mit Logistikerfahrung für langfristige Zusammenarbeit