Logistikwirtschaft: Wachstumspotenzial in Ostdeutschland

23.06.2014 15:29 Uhr
Die Logistikwirtschaft in Ostdeutschland entwickelt sich positiv - neue Standorte enstehen

Laut einer Studie der Technischen Hochschule Wildau hat sich die Logistikwirtschaft zu einer der erfolgreichsten Branchen in den neuen Bundesländern entwickelt.

Berlin. Die Logistikwirtschaft hat sich seit der Wiedervereinigung zu einer der wichtigsten und erfolgreichsten Branchen in Ostdeutschland entwickelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Technischen Hochschule Wildau im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, Iris Gleicke. Demnach sind in den neuen Bundesländern mehr als 570.000 Menschen in der Logistik beschäftigt, beinahe ebenso viele wie im öffentlichen Dienst und in der Bauwirtschaft.

Maßgeblich für den großen Erfolg der Logistik in Ostdeutschland ist unter anderem die vorteilhafte geostrategische Lage an wichtigen Nord-Süd- und West-Ost-Achsen sowie durch die Nähe zu den Märkten in Mittel-und Osteuropa. Daraus ergibt sich für die Logistik ein gutes Entwicklungspotenzial. In den vergangenen zehn Jahren konnte der Umsatz von Logistikdienstleistern in Ostdeutschland um rund ein Drittel wachsen.

Gleichzeitig konnte hinsichtlich der Zahl der Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren eine deutliche Konsolidierung verzeichnet werden. Durch die damit verbundene Konzentration hin zu größeren Unternehmenseinheiten konnte die Logistik in Ostdeutschland Größenvorteile ausspielen. Die positive Entwicklung konnte im Rahmen der Studie auch durch eine Unternehmensbefragung bestätigt werden. So schätzten rund zwei Drittel der befragten Unternehmen die Geschäftsentwicklung in den vergangenen fünf Jahren als „wachsend“ oder „stark wachsend“ ein. Zukunftsfelder wurden von den Unternehmen vor allem in der weiteren Entwicklung Osteuropas, den Logistik-Hubs, der industriellen Kontraktlogistik und der Vernetzung von Informationen und Gütern gesehen.

Flughafen Leipzig/Halle deutschlandweit bei der Fracht auf Rang 2

Als besonders erfolgreiche Beispiele der Infrastruktur hebt die Studie die Güterverkehrszentren heraus. So befinden sich sechs der Top-10-GVZ in Deutschland im Osten. Auch der Flughafen Leipzig/Halle konnte sich als starker Airport etablieren. Mit einem Umschlag von rund 860.000 Tonnen pro Jahr belegt er in Deutschland hinter dem Frankfurter Flughafen Rang 2 der Frachtflughäfen in Deutschland.

Auch in der Zukunft will sich Ostdeutschland weiter als starker Logistikstandort positionieren. „Wir werden die Logistik in Ostdeutschland weiter unterstützen. Unser Ziel ist es insbesondere, gemeinsam mit den Ländern internationale Kooperationen zu befördern und die Branche bei ihrer Innovationstätigkeit zu stärken“, betonte Iris Gleicke. Ein besonderes Anliegen sei es, das Angebot an Fachkräften zu sichern und auszubauen. Dies lasse sich allerdings nur im Dialog mit den Unternehmen, Verbänden und ostdeutschen Ländern bewältigen, betonte sie. (sno)

Die Studie steht auf der Internetseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zum kostenlosen Download bereit. Sie ist unter diesem Link zu finden:
http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/Publikationen/Studien/endbericht-best-practice-zur-entwicklung-des-logistikstandortes-ostdeutschland-online,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf

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