Neumünster. Der Unternehmensverband Logistik Schleswig Holstein (UVL) hat gefordert, den Weiterbau der Autobahn A20 trotz gerichtlich verfügtem Baustopp weiterzuverfolgen. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte Anfang November den Weiterbau der A20 südlich um Bad Segeberg herum für rechtswidrig erklärt. Die Logistiker Schleswig-Holsteins seien „schockiert“, heißt es in einer Mitteilung des Verbands vom Mittwoch.
„Wir sind stark davon ausgegangen, dass wir über die A20 bald eine Entlastung für unsere Unternehmen und deren Mitarbeiter bekommen werden. Durch die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes aber müssen wir zwei Jahre zusätzlich auf eine Entspannung auf unseren Straßen warten“, wird Peter Boyens, Präsident des UVL, zitiert. Der UVL vertritt in Schleswig-Holstein rund 500 Unternehmen der Logistikbranche.
Alleine die Sperrung der Rader Hochbrücke für über drei Monate, habe der Logistik-Branche ca. 48 Millionen Euro gekostet. Die Verschiebung des Ausbau der A20 um zwei Jahre würde weitere Nachteile bedeuten, erklärt Boyens. Generell benötigten Infrastrukturprojekte zu viel Zeit bis zu deren Realisierung.
Der Verband fordere daher am Ausbau der A20 mit Elbquerung festzuhalten und mit dem Ausbau dort zu beginnen, wo es planungsrechtlich möglich sei. Für zukünftige Baumaßnahmen sollte nach den Vorstellungen des Verbandes eine gesetzliche Regelung geschaffen werden, die es ermöglicht, für Bauprojekte von übergeordnetem Interesse und überregionaler Bedeutung, eine beschleunigte Umsetzung zu erreichen. Der Forderungskatalog ist laut UVL auch als Reaktion auf die Forderung des Landesnaturschutzverbandes Schleswig-Holstein (LNV) zu verstehen. Die Naturschützer hatten gefördert, den Weiterbau der A20 neu zu überdenken. „angesichts der schallenden Ohrfeige aus Leipzig kann es kein hektisches ‚weiter wie bisher‘ geben“, hieß es in einer Mitteilung des LNV. Mit der Nordwestumfahrung Hamburgs würden die geplanten Ziele verfehlt. Mit der Elbquerung bei Glückstadt könne insbesondere keine Entlastung des Hamburger Elbtunnels erreicht werden, weil die Trasse zu weit von der Elbmetropole entfernt liegt, argumentiert der LNV (diwi)