Lichtpflicht am Tag: Verkehrsexperten stützen Vorstoß

14.09.2006 00:00 Uhr

Laut dem Autoclub ACE sinkt die Zahl der Unfälle nachweislich, wenn Fahrzeuge auch tagsüber beleuchtet sind

Hannover. CDU und FDP im Landtag fordern eine Lichtpflicht für Autofahrer auch am Tag. Der Vorstoß, der heute im Landtag beraten werden soll, stößt bei Verkehrsexperten auf einhellige Zustimmung. „Dies könnte die Sicherheit erhöhen“, sagte der Sprecher des ADAC (München), Dieter Wirsich. Auch der Autoclub ACE befürwortet eine gesetzlich vorgeschriebene Lichtpflicht am Tag. Die Zahl der Unfälle sinke nachweislich, wenn Fahrzeuge auch tagsüber beleuchtet seien, sagte ein Sprecher. Die Fraktionen von CDU und FDP wollen die Landesregierung auffordern, sich kurzfristig für eine bundesweite Erprobung der Lichtpflicht einzusetzen. Zuvor hatten sie kritisiert, Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sei trotz der Ankündigung einer nationalen Regelung bislang tatenlos geblieben. ADAC-Sprecher Wirsich sagte, Licht auch tagsüber könne zum Beispiel in mancher Situation Fußgängern helfen, Autos früher wahrzunehmen. Der Automobilclub plädiert allerdings für spezielles Tagfahrlicht, das es für einige Modelle bereits gebe. „Wenn dagegen alle Autos mit Abblendlicht fahren, geht der Sicherheitsgewinn für die Motorradfahrer verloren“, sagte Wirsich. Der Sprecher des ACE, Rainer Hillgärtner, sagte: „Die Appelle des Bundesverkehrsministeriums, tagsüber freiwillig das Licht einzuschalten, werden wenig befolgt“. Sein Automobilclub habe eine Zählung mit einer halben Million Fahrzeugen gemacht. „Davon hatten nur 23 Prozent Licht an.“ Der ACE gehe davon aus, dass ab 2009 sämtliche Neufahrzeuge in der EU mit dem speziellen Energie sparenden Tagfahrlicht ausgestattet sein müssen, sagte Sprecher Hillgärtner. Bis dahin solle aber aus Sicherheitsgründen die Pflicht gelten, das normale Abblendlicht einzuschalten. (dpa/tz)

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