München. Bayerns Spediteure sehen durch die Lastwagen-Maut bis zu ein Fünftel der Arbeitsplätze in Gefahr. Wenn es nicht gelinge, die Kosten der Maut weiterzugeben, könnten bis zu 20 Prozent der rund 270.000 Arbeitsplätze im Freistaat bedroht sein, sagte der Geschäftsführer des Landesverbandes Bayerischer Spediteure (LBS), Wilhelm Heise, am Montag in München. Angesichts technischer Mängel an den elektronischen Erfassungsgeräten riet er den Unternehmen, zunächst abzuwarten. Es könne nicht sein, dass sie auf eigene Kosten nicht funktionstüchtige Geräte in ihre Fahrzeuge einbauten. Ein Boykottaufruf sei dies allerdings nicht, betonte Heise. Anlässlich eines Internationalen Aktionstages im Straßentransport machte die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zugleich auf die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten der Branche aufmerksam. Erheblicher Zeitdruck und zu lange Lenkzeiten führten zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen für Lkw-Fahrer und bedeuteten eine erhebliche Gefährdung des Straßenverkehrs. Die Gewerkschaft schlug die Einführung von Gütesiegeln für Betriebe vor, die sich an die geltenden Vorschriften halten und Nachwuchs ausbilden. Unter anderem fordert ver.di eine Begrenzung der Wochenarbeitszeit auf maximal 48 Stunden sowie Kontrollen der Lenk- und Arbeitszeiten in Europa. (vr/dpa)
LBS: Maut gefährdet bis zu ein Fünftel der Arbeitsplätze
Gewerkschaft ver.di fordert anlässlich des Internationalen Aktionstages Begrenzung der Arbeitszeit