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Kontraktlogistik hat noch Wachstumspotenzial

Kurze Vertragslaufzeiten bei Logistikprojekten sind ein Hemmschuh für Investitionen, beklagen die Dienstleister
© Foto: Motorola

In der Kontraktlogistik werden die Erwartungen der Auftraggeber selten zufriedenstellend erfüllt. Die Industrie verlangt innovative Lösungen von den Dienstleistern.

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Berlin. Ist die Kontraktlogistik in Deutschland noch ein Wachstumsmarkt? Auf diese Frage gab es während des Deutschen Logistik-Kongresses durchaus unterschiedliche Sichtweisen. „Der Markt wächst. Wir können bestätigen, dass derzeit viele Ausschreibungen im Markt sind“, sagte Thomas Böger, Kontraktlogistik-Vorstand bei der Schenker Deutschland AG, während der Sequenz „Kontraktlogistik im Dialog“. Auch für die nächsten Jahre sei in Deutschland und anderen reifen Kontraktlogistikmärkten noch Wachstum zu erwarten. Prof. Frank Straube von der TU Berlin sieht die Wachstumsdynamik allerdings unterhalb der Möglichkeiten. „Der Stand der Kontraktlogistik hinsichtlich realisierter kosten- und Leistungsoptimierter Lösungen ist heute nicht befriedigend“, fasste er Projektarbeiten an der TU Berlin zusammen. Das hindert die Industrie, weitere Aufträge mit tieferer Wertschöpfung an Logistikdienstleister zu vergeben. Die Industrieunternehmen kritisieren laut Straube die fehlende Industrialisierung der Dienstleistung und die geringe Umsetzung von Synergien. Sie werfen den Dienstleistern außerdem fehlende Innovationskompetenz und Planungsqualität vor. Zudem, so ergänzte Jochen Schabinger, Leiter Warehousing bei der Robert Bosch GmbH, sei das Niveau der gleichen Logistikdienstleister von Land zu Land und mitunter von Standort zu Strandort teilweise sehr unterschiedlich. „Wir wollen europäisches Niveau weltweit“, betonte Schabinger.

Kurze Ausschreibungszyklen

Die anwesenden Logistikdienstleister wehrten sich gegen die Kritik, sie seien nicht innovativ. Schenker-Manager Böger wies darauf hin, dass beispielsweise bei dreijährigen Vertragslaufzeiten, die am Markt häufig vereinbart werden, der Spielraum für Innovationen, die ein größeres Investment fordern, sehr klein sei. „Wir erwarten von unseren Logistikdienstleistern pfiffige Lösungen im Detail. Nicht jede Innovation zieht eine große Innovation nach sich“, konterte Dirk Dreher, Vice President für Auslandsversorgung bei BMW.

Mangelnde Kalkulationsgrundlage für Dienstleister

Auch die Logistikdienstleister äußerten Kritik. „Ungenaue Mengengerüste machen die Kalkulationen in den Ausschreibungen riskant“, kritisierte Johannes Söllner Geschäftsführer der Geis Holding. Das Problem mit den Mengenabweichungen wird von den Verladern durchaus geschehen. „Wir müssen für die Betriebsphase ein gemeinsames Verständnis mit den Dienstleistern entwickeln, wie wir mit Mengenschwankungen umgehen“, sagte Bosch-Manager Schachinger. Frank Leser, Logistikmanager bei Procter & Gamble, nannte einen Ausweg für das Spannungsfeld zwischen langfristigen Amortisationszeiten bei Logistikinvestitionen und kurzfristigen Vertragslaufzeiten der Logistikdienstleister. „In solchen Fällen sollte der Auftraggeber die Investition selber tätigen oder eine Buy-Back-Vereinbarung für den Fall von Neuausschreibungen mit dem Dienstleister abschließen.

Für TU-Professor Straube steht fest, dass die Logistikdienstleister sich in der Steuerungskompetenz deutlich weiter entwickeln müssen. „Sonst steuern in zehn Jahren Google & Co. anhand von Datenströmen die Logistik und kaufen die operativen Services bei den Logistikdienstleistern zu Mindestlöhnen ein“, warnte Straube. (hel)

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