DB-Vorstandschef Hartmut Mehdorn hat den Streit mit Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) über eine Trennung von Netz und Betrieb angeheizt. Mit deutlicher Verärgerung reagierte die Koalition auf dessen Äußerungen, bei einer Trennung sei ein "Chaos" zu befürchten und werde der Börsengang unmöglich. Der SPD-Verkehrsexperte Reinhard Weis verurteilte diezunehmende "Personalisierung" der Frage der künftigen Organisationsform der Bahn. Damit werde dem Unternehmen geschadet. Bei der Entscheidung über eine mögliche Entflechtung gelte das "Primat der Politik", sagte Weis gegenüber der Verkehrs-Rundschau. Der verkehrspolitische Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen,Albert Schmidt, meinte, "öffentliche Angstparolen" seien nicht hilfreich. Im übrigen sei Mehdorns Behauptung falsch, die Bahn sei nur im Verbund von Schiene und Fahrzeug zu betreiben. Der CDU-Verkehrspolitiker Dirk Fischer warf dem Konzernchef eine "Fundamentalopposition" gegen den Minister vor. Wenn dies so weitergehe, könne nur "Mehdorn oder Bodewig im Amt bleiben". Von einer "eisenbahnpolitischen Entmachtung" des Ressortchefs sprach der FDP-Verkehrsexperte Horst Friedrich. (vr/jök)
Koalition rügt Mehdorns Attacken gegen Bodewig im Streit um DB-Struktur
Bahnchef: Trennung von Netz und Betrieb macht Börsengang der Bahn unmöglich