Drochtersen/Kiel. Die Passage des neuen Elbtunnels zwischen Schleswig-Holstein und Niedersachsen soll nach Forderung des Kieler Wirtschaftsministers Dietrich Austermann für Autofahrer gratis sein. Der CDU-Politiker sprach sich am Dienstag in Kiel für eine komplette Finanzierung durch Mittel des Bundes und der Europäischen Union aus. Bisher hatten die Planungen zur Elbquerung vorgesehen, dass Privatinvestoren bis 2015 das A 20-Teilstück bauen und Maut erheben. Die Strecke verbindet Glückstadt in Schleswig-Holstein mit Drochtersen (Kreis Stade). Austermann argumentierte, dass bereits das andere Großprojekt im Norden, die Fehmarnbelt-Brücke, ohne liquide Mittel des Bundes auskomme. Dort fordern die Investoren allerdings staatliche Finanzgarantien. Zugleich stellte der Minister klar, dass die Variante einer Brücke über die Elbe endgültig vom Tisch sei. Der Norden dürfe nicht gegenüber Süddeutschland benachteiligt werden, sagte Austermann. „Es gibt eine eklatante Ungleichbehandlung, was Verkehrsprojekte angeht. Wir haben bei den 'Verkehrsprojekten Deutsche Einheit' eindeutig den Kürzeren gezogen.“ Weiter sagte er: „Es muss aufhören, dass wir im Norden große Verkehrsprojekte nur aus Mautmitteln bezahlen können, während solche Vorhaben im Süden aus der Bundeskasse finanziert werden.“ Austermann nannte als Beispiel für großzügige Förderung Bayern mit der Trasse von Hof nach Nürnberg. Nach Angaben des Ministers kostet der Tunnel gut 20 Kilometer westlich von Hamburg nach bisherigen Schätzungen 740 Millionen Euro. Wenn die EU allerdings 20 Prozent der Kosten übernehme, stünden die Chancen einer Finanzierung des Restes durch den Bund nicht schlecht, sagte er. Die Finanzierungsfrage müsse bis 2009 geklärt werden. Mit Hamburg und Niedersachsen habe er den Vorstoß noch nicht abgestimmt. (dpa)
Kieler Minister: Elbtunnel bei Glückstadt soll keine Maut kosten
Der CDU-Politiker Austermann sprach sich für eine komplette Finanzierung durch Mittel des Bundes und der Europäischen Union aus.