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Keine Umweltzone für Wiesbaden

Die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden bleibt bei der Regelung: Jeder darf in die Stadt fahren
© Foto: imago/Fernando Baptista

Eine nachhaltige Wirkung der Umweltzone ist nicht nachzuweisen / Die wirtschaftlichen Schäden für Privatleute und Unternehmen hingegen immens


Datum:
08.06.2011
3 Kommentare

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Wiesbaden. Freie Fahrt für Stinker in Wiesbaden: In der Landeshauptstadt dürfen auch weiterhin alte Autos mit hohem Schadstoffausstoß umherfahren. Das Land hat es abgelehnt, in der zweitgrößten Stadt Hessens eine Umweltzone mit Plakettenpflicht wie in Frankfurt zu errichten, bestätigte das Verkehrsministerium am Mittwoch einen Bericht des „Wiesbadener Kuriers". Es sei nicht nachgewiesen worden, dass die Maßnahme nachhaltige Wirkung zeige, erklärte eine Ministeriumssprecherin.

Eine spürbare Verbesserung der Luft sei nicht nachweisbar und die wirtschaftlichen Schäden für Privatleute und Unternehmen immens. Die Sprecherin verwies auf Erfahrungen aus Frankfurt, wo es nach wie vor häufige Überschreitungen beim Feinstaub gebe.

Die scheidende Umweltdezernentin der Stadt Wiesbaden, Rita Thies (Grüne), verwies hingegen auf ein Gutachten, nach dem die Verkehrsemissionen mit Hilfe der Zone um 12 bis 20 Prozent gesenkt werden könnten. Auch ein geplantes Durchfahrtverbot für schwere Lastwagen oberhalb von 3,5 Tonnen in Wiesbaden lehnte das Ministerium im Einvernehmen mit dem Umweltministerium ab.

In eine Umweltzone, von denen es bislang in Hessen nur eine in Frankfurt gibt, dürfen nur Kraftfahrzeuge mit begrenztem Schadstoffausstoß fahren. In Frankfurt müssen bereits die Wagen mit den roten Aufklebern draußen bleiben, im kommenden Jahr ist auch die Einfahrt ins Stadtgebiet mit gelbem Sticker untersagt. Das trifft vor allem ältere Dieselmodelle ohne Partikelfilter. Neuwagen erhalten in der Regel ohne Probleme die grüne Plakette. (dpa)

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KOMMENTARE


Juergen Diercks

09.06.2011 - 16:18 Uhr

Der Entscheid des hessischen Verkehrsministeriums folgt den bisherigen Ergebnissen trotz weiteren, typisch deutschem Eiferns gegen Realitaeten. Allmaehlich schuetteln immer mehr Nachbarn um unser Antigegen- allesland herum den Kopf und ruecken uns zu recht in die Hysterieecke. Sie reiben sich auch zunehmend die Haende und strecken diese aus, wegen neuer Profite, die ihnen fuer Stromlueckenzulieferungen oder EU-gestuetzter Entschaedigungsforderungen winken ob unserer Besessenheiten. Bald werden wir uns moeg- licherweise bald in unversoehnlichen Lagern gegenüberstehen, als Windgegner und Windfoerderer . Die einen werden ihn durch territorriale Windschutzmauern abblocken wollen, weil er Feinstaub aus Acker- und Wuestenflaechen verbringt, die anderen wollen ihn durch Riesenwindmaschinen kontinuierlicher machen lassen wollen, damit alle Gigawattpropeller pausenlos drehen. Das wird einen neuen Exportboom fuer windige hightech-Produkte aus unseren neuen gruenen Patentschmieden im Suden kreieren, aus dem dann die Beaufort-Blase wird, die den super-Boersengau bringt, in dem die restlichen noch €-Laender zusammensacken wie Windhosen bei Flaute. Ich hab mir deshalb schon meinen Fluchtpunkt Nordsee gebucht, da herrscht stetiger Wind, der haelt den Kopf klar.


Deka 1803

10.06.2011 - 00:48 Uhr

Endlich ein Ministerium welches die Dinge beim Namen nennt.Flächendeckend hat die Realität gezeigt, dass die erwarteten Erfolge bzgl. Feinstaubbelastung ausgeblieben sind. Aber weiter wird der Bürger und die betroffenen Firmen gebeutelt. Nur der Bund und die Länder haben sich von dieser realitätsfremden und unworksamen Vorschrift freigestellt. Das ganze stinkt zum Himmel! ( Aber nicht wegen des Feinstaubes )


Stefan Heine

10.06.2011 - 11:41 Uhr

Nutzen von "Umweltzonen" kann nicht gemessen werdenFrau Thies sollte doch mal die Wirkung anderer Umweltzonen betrachten und sich nicht auf fragwürdige Gutachten stützen. Bislang ist es nicht gelungen, positive Effekte der Fahrverbotszonen auf die Feinstaubbelastung nachzuweisen. Dafür werden aber die Bürger und die Wirtschaft mit teuren Ersatzbeschaffungen von Pkw und Lkw belastet, ganz zu schweigen von den hohen Kosten für die Einrichtung der jeweiligen Umweltzonen. Wenn es der Politik wirklich um die Gesundheit der Bürger geht, sollten tatsächlich wirksame Maßnahmen ergriffen werden. Doch derzeit ist ein solches Bemühen nicht zu erkennen, weil der motorisierte Individualverkehr längst als willkommener Sündenbock ausgemacht wurde.


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