Mit versiegelten Dokumenten will der russische Zoll versuchsweise zwei Monate lang die Korruption und Fälschung bei der eigenen Behörde bekämpfen. Kriminelle Machenschaften in der Grenzbürokratie gelten als Haupthindernis beim europäischen Handel mit dem Kernland der GUS. Bis zum 15. Juli sollen jetzt so genannte Tresorhüllen in den Zollstellen von Wyborg, Podolsk und Moskau den verbotenen Zugriff auf wertvolle Dokumente verhindern. Jeder Vorgang in der Zollkontrolle erhält dabei von Beginn eine bestimmte Identifizierungsnummer und darf nur insgesamt in einer einzigen Arbeitshülle verkehren. Ist sie beschädigt, muss sofort der Vorgesetzte informiert werden. Er ist wiederum verpflichtet, jeden Vorfall peinlich genau zu verfolgen. Ob das Experiment zur erhofften Sicherheit gegen das falsche Deklarieren von Zollgütern führt, ist allerdings fraglich. Neben den angeblich erheblichen Kosten beim Umstellen aller Zollstationen verweisen Skeptiker auf ihre Erfahrung: In der Vergangenheit arbeitete oft der gesamte Beamtenapparat systematisch hochkriminell. (vr/jpd)
Kampf gegen Korruption beim russischen Zoll
Mafiöse Strukturen in der Grenzbürokratie behindern den Handel