Genf (Schweiz). Auch die Luftfahrtbranche wird nach Schätzungen des Internationalen Luftfahrtverbandes (IATA) weltweit deutlich unter der Wirtschaftskrise leiden. Wurde im Dezember 2008 noch ein Verlust von 2,5 Milliarden Dollar (1,8 Mrd Euro) für 2009 erwartet, so dürfte er im globalen Luftverkehr in diesem Jahr nun 4,7 Milliarden Dollar betragen. Diese Einschätzung gab die IATA am heutigen Dienstag in Genf ab. So würden die Umsätze in diesem Jahr um zwölf Prozent oder 63 Milliarden Dollar auf 467 Milliarden Dollar sinken. Es wird erwartet, dass die Nachfrage in diesem Jahr weiter sinktund das Passagieraufkommen im Vergleich zu 2008 insgesamt um 5,7 Prozent zurückgeht. Vor allem im Premium-Sektor wird mit massiven Einbrüchen gerechnet. Für den Frachtbereich wird ein Minus von 13 Prozent vorhergesagt. Bei einem früheren Umsatzrückgang nach den Ereignissen des 11. September 2001 sanken die Umsätze in der Luftfahrt in den Jahren 2000 bis 2002 um insgesamt 23 Milliarden US- Dollar oder rund sieben Prozent. Die fallenden Treibstoffpreise verhindern noch höhere Verluste. Mit erwarteten 50 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) werden die Kosten nach IATA-Berechnungen für Kerosin rund 25 Prozent der operativen Kosten ausmachen. Im Jahr 2008 waren es 32 Prozent bei durchschnittlich 99 US-Dollar pro Barrel. „Die derzeitige Lage in der Luftfahrtbranche ist sehr düster“, urteilte Giovanni Bisignani, Generaldirektor der IATA. „Es herrscht derzeit ein enormer Druck auf die Jahresbilanzen“, sagte er. Die IATA vertritt rund 230 Fluggesellschaften weltweit, die 93 Prozent des internationalen Luftverkehrs ausmachen. (dpa/ak)
IATA sieht düstere Aussichten für Luftfahrtbranche
Auch die Luftfahrtbranche wird nach Schätzungen des Internationalen Luftfahrtverbandes (IATA) weltweit deutlich unter der Wirtschaftskrise leiden