Herzogenaurach/Suhl. In einem gemeinsamen Hilferuf haben die Bürgermeister der Schaeffler-Standorte in Deutschland um staatliche Hilfen für den hoch verschuldeten Herzogenauracher Autozulieferer gebeten. „Aufgrund der Vielzahl der direkt und indirekt betroffenen Arbeitsplätze in ganz Deutschland“ sollte der Antrag der Schaeffler-Gruppe auf staatliche Unterstützung befürwortet werden, schrieben die insgesamt 24 Kommunalpolitiker an Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) und den neuen Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Zu den Unterzeichnern gehörte als einzige Thüringer Stadt Suhl. Im Suhler Werk der Gruppe werden Direktantriebe für Werkzeugmaschinen hergestellt. Für 110 der 130 Beschäftigten gilt voraussichtlich bis Juli Kurzarbeit, war im Februar mitgeteilt worden. Die Schaeffler-Gruppe hatte Investitionen in ein größeres Logistik-Zentrum in Erfurt geplant, die allerdings bereits vor einigen Monaten zurückgestellt worden waren. In dem Schreiben der Kommunalpolitiker heißt es, zum Zeitpunkt der Übernahme des Continental-Konzerns habe niemand den Einbruch der globalen Wirtschaft vorhersehen können. Schaeffler sei im Kern gesund und aufgrund nicht absehbarer äußerer Umstände in eine Notlage geraten. „Es ist daher falsch, zu sagen, die Schaeffler Gruppe habe sich ‚verzockt‘“, betonten die Bürgermeister. Der Konzern habe stets in den Aufbau des Unternehmens investiert und damit Arbeitsplätze gesichert. Gewinne seien in die Firma zurückgeflossen. Es gehe nun um 80.000 Arbeitsplätze in Deutschland und auch darum, die technologische Basis zweier deutscher Weltmarktführer zu sichern. Voraussetzungen für staatliche Hilfe sind nach Ansicht der Bürgermeister Transparenz gegenüber der öffentlichen Hand, ein tragfähiges Finanzierungskonzept und Garantien für Standorte und Arbeitsplätze. (dpa)
Hilferuf der Bürgermeister: „Staatliche Hilfe für Schaeffler“
Kommunalpolitiker bitten um Finanzspritze für den Autozulieferer