Hamburg. Die Hamburger Hermes Logistik Gruppe verschärft den Wettbewerb mit der Deutschen Post und will den Marktanteil in Deutschland deutlich steigern. „Wir werden zum ersten Mal mehr als eine Milliarde Euro Umsatz schaffen“, sagte Hermes-Geschäftsführer Hanjo Schneider der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). 2005 hatte die Tochtergesellschaft des Versandhändlers Otto Erlöse in Höhe von gut 900 Millionen Euro erwirtschaftet. Außerdem wolle Hermes in den Versand von Auslandspaketen einsteigen, wo die Post bisher praktisch konkurrenzlos ist. Hermes habe laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auf dem deutschen Markt für Privatpakete im November 2003 bereits nach zwei Jahren einen Anteil von 22 Prozent erreicht – durch eine aggressive Preispolitik. Im laufenden Jahre peile das Unternehmen einen Anteil von mindestens 25 Prozent an. Im umsatzstärksten Segment, dem Paketversand von Unternehmen an Privatleute, wolle Schneider bis Ende des Jahres sogar 37 Prozent erreichen. DHL, die Paketsparte der Deutschen Post, senkte im Gegenzug die Preise für Inlandspakete um bis zu 40 Prozent. Nach Informationen der FAZ blieben die internationalen Paketpreise unverändert. „Ich bin gespannt, ob die Post auch hier nachzieht“, meinte Schneider. Denn Hermes bietet ab September das so genannte Europapaket für den Versand in das europäische Ausland an. Dieses Marktsegment komme auf einen Umsatz von rund 150 Millionen Euro im Jahr. „Wir werden die Preise der Post substantiell unterbieten“, sagte Schneider der FAZ. Das Niveau sei so hoch, dass dafür ausreichend Spielraum herrsche. (tz)
Hermes will Marktanteil in Deutschland steigern
Kampf gegen Deutsche Post: Hermes Logistik Gruppe peilt Jahresumsatz von einer Milliarde Euro an