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Hermes-Gruppe überrascht Heftigkeit des eigenen Wachstums

Hermes-Chef Hanjo Schneider (v.l.), Dieter Urbanke (Chef Hermes Fulfilment) und Hartmut Ilek (Chef der Hermes Logistik Gruppe Deutschland) wurden vom Aufschwung im vergangenen Jahr überrascht
© Foto: VR/Eckhard-Herbert Arndt

Russland-Geschäft soll weiter ausgebaut werden / Plädoyer für den Einsatz von Lang-LKW in der KEP-Branche


Datum:
26.05.2011
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Hamburg. Das Hamburger Logistik- , Transport und KEP-Unternehmen Hermes hat 2010 ein „sehr gutes" Ergebnis eingefahren. „Wir sind gewissermaßen von der Stärke des Wachstums überrascht worden", sagte Hanjo Schneider, CEO von Hermes Europe sowie zugleich Vorstandsmitglied der Otto-Gruppe, dem Alleingesellschafter des 1972 gegründeten Unternehmens. 2010 erwirtschaftete die Unternehmens-Gruppe einen konsolidierten Umsatz von rund 1,7 Milliarden Euro und damit gut 18 Prozent mehr im Vorjahr. Und Hermes arbeitet mit Gewinn, über dessen Höhe sich Schneider aber unter dem Hinweis auf die Bilanz-Pressekonferenz des Mutterkonzerns Otto am 22. Juni ausschwieg.

Das laufende Geschäftsjahr stehe ebenfalls unter einem guten Stern. Schneider geht von einem Umsatzwachstum im „hohen einstelligen Bereich" aus. Das Jahr werde benötigt, um eine gewisse Konsolidierung zu erreichen; schließlich wurde 2010 teilweise bis zum Anschlag der eigenen Kapazitäten gearbeitet.

Fast 304 Millionen Pakete 2010 transportiert

Den Unternehmenserfolg des Unternehmens mache im besten Wortsinne die Mischung aus. „Wir können unserer Auftraggebern heute alle Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Handels anbieten, und zwar unter einem einheitlichen Markendach." Ein wichtiger Impulsgeber für das Unternehmen ist dabei auch das weiter wachsende E-Commerce-Geschäft.

Das Paketgeschäft, dargestellt durch die Hermes Logistik Gruppe Deutschland (HLGD), sorgte im Berichtsjahr für ein Mengenplus von gut 14 Prozent, das heißt von 266 Millionen Paketen auf rund 303,8 Millionen Sendungen. Damit sei man „fast doppelt so hoch" gewachsen wie der KEP-Gesamtmarkt, hob Hartmut Ilek, Vorsitzender der HLGD-Geschäftsführung, hervor. In Erwartung weiteren Wachstums wurde daher ein umfangreiches Investitionsprogramm mit einem Volumen von gut 120 Millionen Euro verabschiedet, das in den kommenden Monaten sukzessive umgesetzt wird. Dazu gehört unter anderem der Bau von 18 neuen Niederlassungen.

Große Freude hat die Hermes-Gruppe mit der Paket-Sparte auch im Auslandsgeschäft. Wichtigstes Aktionsfeld ist derzeit Großbritannien, das Europas zweitgrößten Paketmarkt beheimatet. Rund 107,2 Millionen Sendungen wurden im Berichtjahr durch Hermes UK bewegt nach 115,5 im Jahr 2009. Schneider sagte: „Wir haben im UK einen Marktanteil von 20 Prozent." Zu den wichtigen Vorhaben gehört in den Folgemonaten der Aufbau eines Paket-Shop-Netzwerkes. „Das werden wir in Kooperation mit privaten Einzelhändlern machen", so Schneider.

400 Paket-Shops bis Jahresende in Russland geplant

Ein wichtiger Zukunftsmarkt ist Russland, dessen Möglichkeiten die Gruppe über ein Pilotversuch in Moskau auslotete. „Mit Erfolg", freute sich Schneider, der allerdings einräumte, dass der russische Markt mit zahlreichen Besonderheiten und noch mehr Herausforderungen gespickt sei.

Für die Durchführung der reinen Transportaufgaben arbeitet Hermes mit dem Deutschen Paket-Dienst (DPD) zusammen. Schneider: „Man braucht einen starken lokalen Partner." Bei der Sendungsvereinnahmung und -übergabe stützt sich Hermes auf ein Netzwerk an Paketshops. 130 sind es gegenwärtig, bis Jahresende sollen es um die 400 sein. Aufgrund der gewaltigen Größe des Landes konzentriert sich Hermes zunächst auf große Städte. Neben Moskau sind es derzeit St. Petersburg, Nischni Nowgorod, Samara, Jekatarinenburg und Nowosibirsk. Als Paketshop-Partner werden auch hier kleinere Einzelhandelsketten angesprochen.

Schneider bescheinigte den Russen einen ausgeprägte Vorliebe für den internetgestützen Distanzhandel. Dabei sei Mode ein echter Dauerrenner. Mit seinem Leistungsvermögen könne Hermes in Russland wirklich glänzen. Zustellzeiten von „drei bis sechs Wochen" mit der Russischen Staatspost seien der Normalfall. Bei Hermes liegt es im niedrigen, einstelligen Bereich.

Hermes-Gruppe beschäftigt sich intensiv mit „Grüner Logistik"

Künftig wird das Thema „Grüne Logistik" für die Hermes-Gruppe als Ganzes eine sehr wichtige Rolle spielen. So will die Hermes Transport Logistics (HTL), die Transportleistungen unter Einbeziehung der verschiedenen Verkehrsträger erbringt, ihren Kunden auf der Rechnung genau darlegen, welche Umweltbelastung hinter einem Transport steht.

Mit am Ball bleiben will das Unternehmen auch beim Einsatz von alternativen Transportmitteln, etwa dem Einsatz von Elektrofahrzeugen. Hier warte man fast sehnsüchtig darauf, dass die Nutzfahrzeugindustrie mit „wirtschaftlich zu betreibenden Verteilerfahrzeugen" kommt, so Ilek. Er sprach sich in dem Zusammenhang auch dafür aus, in Deutschland ernsthaft die Möglichkeit zu prüfen, die 25,25 Meter langen LKW-Kombinationen fahren zu lassen. Gerade in der KEP-Branche, die vor allem volumen- und weniger gewichtsbestimmte Ware zu transportieren habe, könnten die Lang-LKW großen Umweltnutzen stiften. Ilek: „Drei Wechselbrücken statt zwei Wechselbrücken mit einem Fahrzeug gleichzeitig zu bewegen, das bringt schon was." (eha) 

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