Hapag-Lloyd schließt Antrag auf Staatshilfe nicht aus

03.07.2009 11:35 Uhr
Arndt
Reederei-Mitbesitzer Klaus-Michael Kühne: "Der Staat sollte dafür sorgen, dass die deutsche Schifffahrtsflotte nicht untergeht"
© Foto: Arndt

Bei Deutschlands größter Container-Reederei Hapag-Lloyd gibt es Überlegungen, den Staat um Finanzhilfe zu bitten

Frankfurt. Bei Deutschlands größter Container-Reederei Hapag-Lloyd gibt es Überlegungen, den Staat um Finanzhilfe zu bitten. „Ich schließe nicht aus, dass auch Hapag-Lloyd um Staatshilfe nachsucht. Sie würde sicherlich Sinn machen und müsste dann auch zügig gewährt werden“, sagte Miteigentümer Klaus-Michael Kühne der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). Der Logistikunternehmer ist mit 15 Prozent an Hapag-Lloyd beteiligt. Ein Sprecher der Reederei wollte Kühnes Aussage auf Anfrage der Zeitung nicht kommentieren, schloss jedoch keine Möglichkeit aus. „Alle Optionen zur Zukunftssicherung werden evaluiert.“ Weil die Transportmengen und Preise wegen der Wirtschaftskrise sinken, hatte der Vorstand bereits im Frühjahr ein umfangreiches Sparprogramm aufgelegt und einen Investitionsstopp verhängt. Im ersten Quartal hatte Hapag-Lloyd einen operativen Verlust von 222 Millionen Euro eingefahren. Der Hapag-Lloyd-Sprecher sagte: „Die weltweite Situation im Containergeschäft ist unverändert negativ.“ Auch Hapag-Lloyd könne sich von dieser Entwicklung nicht abkoppeln. Dennoch setzt das Unternehmen auf steigende Preise für Containertransporte. Kühne forderte unterdessen, die von Überkapazitäten geprägte Branche nicht alleine dem Markt zu überlassen. „Der Staat sollte dafür sorgen, dass die deutsche Schifffahrtsflotte nicht untergeht.“ Auch international befinden sich viele Reedereien derzeit in der Bredouille. Der Chef der weltgrößten Reederei Maersk-Line, Eivind Kolding, rechnet damit, dass die Krise auch im nächsten Jahr noch die Bilanzen verhageln werde. (dpa/sv)

MEISTGELESEN


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

WEITERLESEN



NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.