Hapag Lloyd-Bilanz 2013: Kampf gegen Verluste

26.03.2014 12:27 Uhr
Michael Behrendt
Hapag-Lloyd-Chef Michael Behrendt wird am 1. Juli seinen Platz für den Holländer Rolf Habben-Jansen räumen
© Foto: Hapag-Lloyd

Noch-Vorstandschef Michael Behrendt ist enttäuscht vom Ergebnis der Reederei.

Hamburg. Deutschlands größte Reederei Hapag-Lloyd konnte 2013 ihren Verlust durch eisernes Sparen einigermaßen erfolgreich bekämpfen. Wie der Carrier am Mittwoch mitteilte, verbesserte er im abgelaufenen Geschäftsjahr sein Ergebnis sowie das Transportvolumen trotz eines weiterhin anhaltend scharfen Wettbewerbs. Dabei geholfen haben auch leicht gesunkene Treibstoffkosten. So kletterte der Betriebsgewinn um 41 Millionen Euro auf 67,2 Millionen Euro.

Gleichwohl sank der Umsatz im letzten Jahr auf 6,57 Milliarden Euro (Vorjahr: 6,84 Milliarden), obwohl Hapag-Lloyd mit + 4,6 Prozent mehr Container transportierte; rund 5,5 Millionen TEU (20 Fuß-Standardcontainer) schipperten unter Hapag-Lloyd-Flagge über die sieben Weltmeere. Allerdings sei der Umsatzrückgang zum Großteil währungsbedingt dem schwachen US-Dollar, der Hauptwährung in der Schifffahrt, geschuldet. Das Konzern-Nettoergebnis betrug - 97,4 Millionen Euro nach - 128,3 Millionen Euro im Vorjahr.

„Obwohl Hapag-Lloyd dank des positiven operativen Ergebnisses im Branchenvergleich erneut gut abschneidet, ist das Ergebnis weit hinter unseren Erwartungen für 2013 zurück geblieben und unter dem Strich enttäuschend“, bewertete Noch-Vorstandschef Michael Behrendt sein letztes volles Geschäftsjahr. „Als einer von vielen Marktteilnehmern können wir uns jedoch der allgemeinen Ratenentwicklung, die im vergangenen Jahr erneut von Irrationalität geprägt war, nicht entziehen.“ So seien trotz teils guter Auslastung der Schiffe ab Mitte 2013 Ratenerhöhungen am Markt nicht mehr nachhaltig durchsetzbar gewesen, das wichtige Weihnachtsgeschäft sei im dritten Quartal wie im Vorjahr erneut ausgefallen. Obwohl also Hapag-Lloyd mehr Container transportierte und seinen fünften Platz unter den großen Linienreedereien behaupten konnte, schrumpfte der Umsatz um vier Prozent.

Doch gibt sich Behrendt, der am 1. Juli 2014 für den Holländer Rolf Habben-Jansen den Chefsessel räumt und in den Konzern-Aufsichtsrat wechselt, für die Zukunft optimistisch: Der Internationale Währungsfonds IWF prognostiziere für den Welthandel ein Wachstum von 4,5 und 5,2 Prozent in 2014 und 2015, mit ähnlich erfreulichen Wachstumsraten für den weltweiten Containerverkehr. Dieser solle laut den Experten bei IHS Global Insight im laufenden Jahr um 4,4 Prozent wachsen sowie im kommenden Jahr um 5,2 Prozent.

Für den Behrendt, im Nebenamt auch Präsident des in Hamburg ansässigen Verein Deutscher Reeder (VDR), sind die Chef-Jahre am Hamburger Ballindamm von Licht und Schatten geprägt: Neben den teils verlustreichen Jahren von Hapag-Lloyd scheiterten im letzten Frühjahr wohl endgültig Fusionsgespräche mit der zweitgrößten deutschen Linienreederei Hamburg Süd, maßgeblich ausgelöst durch einen Familienzwist bei den Eignern von Hamburg Süd, der Industriellenfamilie Oetker in Bielefeld. Doch gab der Hapag Lloyd-Chef nicht auf und begann Fusions-Kontakte mit der chilenischen Reederei CSVA. Bis jetzt verliefen sie erfolgreich: Am vergangenen Wochenende hatten über vier Fünftel der CSVA-Aktionäre in Valparaiso der Fusion zugestimmt; am 20. April träte sie in Kraft, falls die restlichen Gegenstimmen bis dahin stillhalten. Der gemeinsame Konzern wäre dann weltweit die Nummer vier unter den Big Playern. (CFD)

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