Hamburg. Die Hamburger Investorengruppe um den früheren Senator Wolfgang Peiner hat heute wie angekündigt ein verbindliches Angebot für die Übernahme der Reederei Hapag-Lloyd vorgelegt. Jetzt komme es ganz auf die Entscheidung der TUI AG an, sagte Peiner in Hamburg. „Wir stehen bereit, Hapag-Lloyd auf einen guten Kurs in den Heimathafen Hamburg zu steuern.“ Er hatte gemeinsam mit dem Privatbanker Christian Olearius und Klaus-Michael Kühne, Verwaltungsratspräsident bei Kühne + Nagel, die Investorengruppe zusammengebracht, um Hapag-Lloyd als eigenständige Reederei mit Sitz in Hamburg zu erhalten. Neben der Warburg-Bank und der Stadt Hamburg gehören die HSH Nordbank und die Versicherungen Signal Iduna und Hanse Merkur zu den Investoren, die unter dem Namen des legendären Hapag-Reeders Albert Ballin antreten. Unterstützt wird die „Hamburger Lösung“ von der Hamburger Politik und den Arbeitnehmern. Die Bundesregierung befürwortet grundsätzlich eine deutsche Lösung, hält sich aber aus dem Bieterverfahren heraus. Ein Sprecher von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sagte in Berlin, an wen TUI verkaufe, sei allein Sache des Unternehmens. Konkurrent der Hamburger ist die Reederei NOL aus Singapur. Deren Chef Ron Widdows unterstrich heute im „Hamburger Abendblatt“ zum wiederholten Mal, dass auch bei einer Übernahme durch sein Unternehmen der Standort Hamburg gestärkt würde. Auch NOL wollte ein Angebot abgeben. Mit einer Entscheidung der TUI werde Mitte Oktober gerechnet, hieß es in Unternehmenskreisen. Der TUI- Konzern will sich auf Druck aus dem Aktionärskreis von der größten deutschen Containerreederei trennen. Ob der Verkauf tatsächlich vollzogen wird, hängt unter anderem vom Kaufpreis ab. Die Containerschifffahrt leidet gegenwärtig unter sinkenden Frachtraten. (dpa)
Hamburger Investorengruppe gibt Gebot für Hapag-Lloyd ab
Deutsche Unternehmergruppe will TUI-Tochter in Hamburg halten / Bundesregierung bewahrt Neutralität