Hamburg: Senat plant Landstrom für Schiffe

10.09.2008 17:48 Uhr
Kreuzfahrer
Kreuzfahrtschiffe sollen in Hamburg künftig am Kai die Motoren ausstellen (Bild: Arndt)
© Foto: Arndt

Kreuzschifffahrt macht den Anfang, Frachtschifffahrt könnte folgen / HHLA prüft Brennstoffzellen-Stapler

Hamburg. Nach der kürzlich in Lübeck erfolgten Inbetriebnahme der ersten Landstrom-Versorgungsstation für Frachtschiffe, denkt nun auch der Hamburger Hafen an vergleichbare Initiativen. Christian Maaß, Staatsrat der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), kündigte bei einem Besuch in Brüssel an, dass Kreuzfahrtschiffe in Zukunft während ihres Hafenaufenthaltes ihren Energiebedarf über eine landgestützte Versorgung befriedigen sollen. „Mit den beiden Kreuzfahrtterminals, über die wir ab dem nächsten Jahr in Hamburg verfügen werden, haben wir eine gute Möglichkeit, die Versorgung mit Energie vom Land aus sicherzustellen“, sagte Maaß bei einem Besuch im Hanse Office in Brüssel. Neben Strom könnte alternativ auch Gas geliefert werden, mit dem sich die Hilfsmaschinen an Bord antreiben lassen könnten. Erdgas gilt als wesentlich umweltfreundlicher als Diesel beziehungsweise Schweröl. Maaß hält diesen Schritt für geboten, weil der neue Kreuzfahrtterminal in der Hafencity besonders dicht an die neu entstandenen Wohnhäuser beziehungsweise Bürogebäude grenzt, die damit während der Liegezeit im Besonderen mit Emissionen belastet würden, Der Umweltstaatsrat sprach sich in Brüssel dafür aus, dass die europäischen Hafenstädte mit einem besonders hohen Anteil an Kreuzfahrtschiffen eine Allianz schmieden sollten. Diese sollte Konzepte entwickeln, wie Kreuzfahrtschiffe umweltfreundlich mit Energie versorgt werden können. In der Kreuzfahrtsaison 2008 werden am Hamburg Cruise Center und der Überseebrücke insgesamt 79 Kreuzfahrtschiffe abgefertigt. Gegenüber der VerkehrsRundschau konnten sich BSU-Sprecher Enno Isermann vorstellen, dass auf den ersten Schritt – Landversorgung für Kreuzfahrtschiffe in Hamburg - ein weiterer werden könnte. Dabei würden dann auch Frachtschiffe in ein landgestütztes Versorgungskonzept mit einbezogen. Das Thema „umweltfreundliche Energieversorgung“ beschäftigt die Hamburger Hafen- und Verkehrswirtschaft intensiv. So wird das Hafen- und Logistik-Unternehmen HHLA jetzt einen Großversuch mit Brennstoffzellen-Staplern für die Intralogistik starten. Zu den Projektbeteiligten gehören die Firmen Still und Linde Gas. (eha)

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