Hamburg ebnet den Weg für Hapag-Lloyd-Bürgschaft

25.08.2009 15:54 Uhr
HapagLloyd290
© Foto: ddp/Hecker

Der Hamburger Senat stimmt der staatlichen Bürgschaft für den angeschlagenen Schifffahrtskonzern zu

Hamburg. Der Hamburger Senat hat am Dienstag den Weg für eine staatliche Bürgschaft für den angeschlagenen Schifffahrtskonzern Hapag-Lloyd geebnet. Die Regierung des Stadtstaats billigte Kapitalmaßnahmen der Eigentümer zugunsten der Reederei von insgesamt 923 Millionen Euro, teilte Finanzsenator Michael Freytag (CDU) mit. Die Stadt muss zustimmen, weil sie selbst über das Konsortium „Albert Ballin“ zum Eignerkreis gehört. Mit dem finanziellen Engagement der Eigentümer sei die Voraussetzung für staatsverbürgte Kredite über 1,2 Milliarden Euro für Hapag-Lloyd geschaffen. Die Bürgschaften würden jeweils zur Hälfte vom Land und vom Bund getragen. Der Haushaltsausschuss des Bundes soll darüber am 4. September beraten. Mit den Mitteln soll sichergestellt werden, dass die größte deutsche Containerreederei die weltweite Wirtschaftskrise durchsteht. Hapag-Lloyd leidet, ebenso wie alle anderen Reedereien, unter dem Rückgang des Welthandels, hohen Überkapazitäten in der Containerschifffahrt und niedrigen Frachtraten. Das Unternehmen schreibt hohe Verluste, erwartet aber nach dem Ende der Krise wieder bessere Marktbedingungen. Die Kapitalhilfen und Kredite sollen auch im ungünstigsten Fall den Kapitalbedarf der Reederei bis zur Wende abdecken. Ob die Kredite voll in Anspruch genommen werden, ist aus heutiger Sicht offen. Die Hilfen der Eigner für Hapag-Lloyd sind nach mühevollen Verhandlungen zustande gekommen. Sie bestehen aus Barkapital, dem Kauf des Hapag-Lloyd-Anteils am Containerterminal Altenwerder im Hamburger Hafen und der Umwandlung von bereits gewährten Krediten in Eigenkapital. Den Hamburger Anteil an den Eigenkapitalmaßnahmen bezifferte Freytag auf 142 Millionen Euro in diesem Jahr und 25 Millionen Euro im Jahr 2011. Die Umwandlung von Krediten in Eigenkapital zur Verbesserung der Bilanzstruktur von Hapag-Lloyd belastet die Eigner TUI mit 153 Millionen Euro und das Konsortium „Albert Ballin“ mit 200 Millionen Euro. Über die endgültige Verteilung der Lasten werde im Konsortium noch geredet, sagte Freytag. Zu „Albert Ballin“ gehören neben der Stadt noch die HSH Nordbank, die Versicherungen Hanse Merkur und Signal Iduna, die Privatbank Warburg und der Verwaltungsratschef des Logistikkonzerns Kühne + Nagel Klaus-Michael Kühne. (dpa)

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