Hamburg. Bis Ende 2009 wird der Sanierungsstau auf dem rund 300 Kilometer langen Netz der Hamburger Hafenbahn fast vollständig beseitigt sein. Das stellt die Hamburg Port Authority (HPA) in ihrem jetzt vorlegten Jahresbericht 2008 in Aussicht. Das abgeschlossene Geschäftsjahr stand ganz und gar im Zeichen der weiteren Sanierung des Netzes, nachdem dieses im Frühjahr 2006 in Teilen vor dem Kollaps stand, weil über Jahre hinweg zu wenig Geld in den Unterhalt und die Sanierung der Hafenbahn geflossen war. Mit der verbesserten Netzqualität werde es möglich, „dass die Hafenbahn die kommenden Verkehre auf einem funktionstüchtigen Netz abwickeln kann“, heißt es im Geschäftsbericht. Insgesamt gab die HPA 2008 rund 27,4 Millionen Euro für die Erneuerung und Sanierung weiterer Abschnitte der Hafenbahn aus. Damit konnten gut 32,8 Kilometer Gleisstrang sowie 66 Weichen ausgetauscht werden. Neben Schienen und Weichen wurde auch die Signaltechnik weiter erneuert. Zudem optimierte die HPA ihre IT-Strukturen. Als großer Erfolg erweist sich aus HPA-Sicht auch das zu Jahresbeginn 2008 eingeführte neue „Entgeltsystem für die Schienennutzung“ , kurz „Ines“. Das System, das im Vorfeld der Einführung von Teilen der Hamburger Hafenwirtschaft aufgrund der zum Teil deutlichen Verteuerung der Schienennutzungsentgelte kritisiert wurde, sorgt aus HPA-Sicht dafür, dass sich „Standzeiten von „Bummelzügen“, die bislang die wichtigen Hauptstrecken des Netzes blockierten, verkürzen. Dadurch steige die „Durchlässigkeit“ des Schienennetzes. Das neue Entgelt-System hat inzwischen auch Interesse im europäischen Ausland geweckt. So will der Hafenbetrieb Rotterdam (HbR) ein vergleichbares System im größten europäischen Seehafen einführen. Zwischen HPA- und HbR-Experten hat es inzwischen einen intensiven Erfahrungsaustausch gegeben. Ein Erfolg stellt aus Sicht der HPA auch das neue Betriebsleitsystem (BLS) sowie das Trassenplanungssystem „RailSys“ dar. 2008 wurden über das Hafenbahnnetz rund 39,8 Millionen Tonnen Ladung bewegt. Das Containeraufkommen belief sich auf knapp 1,9 Millionen TEU (Standardcontainer). Deutlich verbessern konnte die HPA die Einnahmen aus der Hafenbahnnutzung. Sie stiegen von 8,6 Millionen Euro auf gut 11,2 Millionen Euro – ein Plus von rund 31 Prozent. Die Gesamteinnahmen der HPA aus Mieten und diversen Entgelten lag mit 129,6 Millionen Euro um knapp 15 Millionen Euro über dem Vorjahresstand. Zum Jahresende waren bei der HPA gut 1800 Mitarbeiter tätig. (eha)
Hafenbahn Hamburg: Bald wieder freie Fahrt auf breiter Front
Bis Ende 2009 wird der Sanierungsstau auf dem rund 300 Kilometer langen Netz der Hamburger Hafenbahn fast vollständig beseitigt sein.