Knapp ist der Meereshafen von St. Petersburg im November dem Kollaps entkommen. Weil nach der russischen Zollreform mit neuen Regeln und einer neuen Gebührenordnung die Zollbeamten nur Dienst nach Vorschrift verrichteten, verlängerte sich die Abfertigung im größten Container-Terminal des Landes auf zwei Wochen. Das Handelsblatt Kommersant beschrieb "ein Irrenhaus". Erst in der letzten Monatswoche bekam die nordwestliche Zollverwaltung das Chaos leidlich in den Griff. Mit einem Krisenplan sowie Beamten aus anderen Städten und gelockerten Vorschriften wurde die Menge kontrollierter Container auf 430 pro 24 Stunden inzwischen verdoppelt. Während man in den Behörden bereits Spediteure kritisiert, die angeblich über 700 abgefertigte Container dennoch nicht entfernen, bleibt die Zollreform weiter heftig umstritten. Mit ihr sollte die persönliche Macht der örtlichen Amtsleiter endgültig enden. Sie meldeten sich im Oktober daraufhin krank. Wann und mit welchen Methoden die Zollabfertigung für monatlich rund 100 Containerschiffe wieder relativ normal funktioniert, ist von Russlands Regierung derzeit nicht zu erfahren. (vr/jpd)
Hafen vor Kollaps
Neue Zollreform verlängert Abfertigung