Rostock/Rotterdam. Vom 6. November an wird der Rostocker Hafen über eine schienengestützte Landbrücken-Verbindung mit dem Hafen Rotterdam verfügen. An diesem Tag wird der Shuttle-Zug, der in der ersten Phase drei mal wöchentlich Rostock bedient, offiziell seinen Betrieb aufnehmen, bestätigten Sprecher der beiden Häfen sowie der deutschen Kombiverkehr KG der VerkehrsRundschau. Der Probebetrieb für den Shuttle begann bereits Anfang Oktober, und zwar auf der Achse Duisburg-Rostock. Der größte europäische Binnenhafen dient auf Grund seiner historisch gewachsenen, engen Beziehungen als "Hub" für das Landbrücken-Konstrukt. Der Zug, der nach den Vorstellungen der Betreiber bereits im ersten Jahr rund 30.000 Sendungen zwischen den beiden Häfen befördern soll, wird von insgesamt sechs Partnern getragen: dem Städtischen Hafenbetrieb Rotterdam (SHR), der Hafenentwicklungsgesellschaft Rostock (HERO), der Duisburger Terminal-Gesellschaft DeCeTe, dem Rotterdamer Umschlagbetrieb ECT sowie den Schienenoperateuren Conliner und Kombiverkehr KG. Im Kern geht es darum, auf Rotterdam geroutete, zeitsensible Überseecontainer mit Ziel- und Quellgebiet Skandinavien/ Baltische Staaten/Russland, aufzunehmen und schneller als mit einem See-Feeder oder einem Lkw zu befördern. Ebenfalls am 6.November wird auch das offizielle Startzeichen für den weiteren Ausbau der Umschlagkapazitäten für den Kombinierten Verkehr (KV) im Rostocker Überseehafen gegeben. In mehreren Phasen sollen Kapazitäten für einen Jahresumschlag von rund 140.000 Sendungen geschaffen werden. Das neue, mit Bundesmitteln geförderte Terminal soll künftig durch eine eigene Gesellschaft betrieben werden. Zu den Interessenten gehört auch die Kombiverkehr KG, die sich bereits in Lübeck-Travemünde an der Betreibergesellschaft Baltic Rail Gate mit 50 Prozent beteiligt hatte. "Wir werden uns am Ausschreibungsverfahren der Rostocker beteiligen", bestätigte Kombiverkehr-Chef Dr. Werner Maywald gegenüber der VerkehrsRundschau. Auch in Kiel verfolgt man die Entwicklung in Rostock aufmerksam. Die Kieler wollen gemeinsam mit dem Hafen Amsterdam einen neuen Ro/Ro-Dienst etablieren. Inzwischen liegt die Machbarkeitsstudie auf dem Tisch. Kiel und Amsterdam setzen auf Fördermittel aus dem Marco Polo-Programm. 2004 soll es losgehen. (vr/eha)
Hafen Rostock: Landbrücken-Verbindung mit Rotterdam steht
30.000 Sendungen sollen auf der Schiene zwischen beiden Häfen transportiert werden