Der Lübecker Hafen, weltweit die Nummer eins unter den Verschiffungshäfen für skandinavische Forstprodukte, musste 2001 Mengenverluste hinnehmen. Nach Berechnungen der Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH verringerte sich der Umschlag von Papier und Zellulose im Berichtsjahr um rund sechs Prozent auf 3,3 Millionen Tonnen (2000: 3,5 Millionen Tonnen). Das LHG-Management erklärt diese Entwicklung mit einem geringeren Papierverbrauch in der Medienindustrie und deutlich gestiegenen Papierpreisen. Dieser Zusammenhang wird vom Verband Deutscher Papierfabriken (VDP) so nicht bestätigt. Zwar seien die Preise im vergangenen Jahr erhöht worden, so VDP-Sprecher Gregor Andreas Geiger gegenüber der Verkehrs-Rundschau. Für den Umschlag-Rückgang in Lübeck seien aus seiner Sicht andere Gründe ausschlaggebend: die Verlagerung von Ladungsströmen in Wettbewerbshäfen, verstärkter Zellstoffimport aus anderen Teilen der Welt, ein höherer Altpapieranteil bei der Papierproduktion oder eine veränderte Lagerhaltung im Binnenland. "Papier und Zellulose unterliegen einem lebhaften Handel", so Geiger. Andererseits konnte Lübeck 2001 ein rund 250.000 Tonnen umfassendes Papier-Paket von einem anderen Ostseehafen dazugewinnen. Der Gesamtumschlag Lübecks lag mit 24,4 Millionen Tonnen um 4,6 Prozent unter dem Vorjahr. Sein Marktanteil unter den deutschen Ostseehäfen bleibt unverändert bei 40 Prozent. (vr/eha)
Hafen Lübeck: Papier-Umschlag verlief nicht nach Plan
Lebhafte Entwicklung auf dem Papier- und Zellulosemarkt