Hafen Kiel: Fracht bleibt der große Hoffnungsträger

02.03.2007 17:19 Uhr
Faehre
Wird modernisiert: der Schwedenkai. Die Anlage wird von der Reederei Stena Line genutzt, die nunmehr seit 40 Jahren den Hafen Kiel anläuft
© Foto: eha

Hafengesellschaft legt Strategiepapier vor: Jahresumschlag soll auf sieben Millionen Tonnen steigen

Kiel. Der Kieler Hafen verfolgt ehrgeizige Wachstumsziele: Bis 2014 soll der Umschlag um rund 40 Prozent von derzeit fünf Millionen Tonnen auf dann sieben Millionen ansteigen. „Wir sind davon überzeugt, dass diese Zahl realistisch ist“, betonte Dirk Claus, Geschäftsführer der Seehafen Kiel GmbH, heute in der Landeshauptstadt anlässlich der offiziellen Vorstellung eines neuen, rund 100 Seiten starken Strategiepapiers. Dieses wurde einstimmig durch den Aufsichtsrat angenommen. „Damit ist der weitere Kurs klar bestimmt“, ergänzte Kiels Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz, die zugleich Vorsitzende des Aufsichtsrates der stadteigenen Hafengesellschaft ist. Der ehrgeizige Wachstumsplan bedeutet auch, dass sich der Seehafen „noch stärker auf unsere Kerngeschäftsfelder konzentrieren will“, sagte Claus, der seit Sommer 2006 an der Spitze des Hafens steht, weiter. Und diese Felder liegen in erster Linie im Fracht- und Passagierbereich, zu dem auch der interessante, wachstumsstarke und wertschöpfungsintensive Kreuzfahrtschifffahrts-Bereich gehört. Übertragen auf das Hafengebiet heißt das: Der Schwerpunkt liegt ganz klar im Stadthafen und im Ostuferhafen. Der Hafen wird dazu auch umfassend investieren. Bis 2010 sind Ausgaben mit einem Gesamtvolumen von rund 55 Millionen Euro vorgesehen. Zu den Bauvorhaben gehören unter anderem der Ausbau des Norwegenkais sowie die Modernisierung des Schwedenkais, der von der Stena-Line genutzt wird. Claus betonte, dass der Seehafen Kiel die Kraft habe, dieses Paket zu schultern. „Aber fest steht auch, dass wir bis 2010 einen jährlichen Verlust ausweisen werden, der im sechsstelligen Bereich liegen dürfte.“ Im Frachtgeschäft richten sich die Wachstumshoffnung vor allem auf die im Ostuferhafen konzentrierten Verkehre. Das Frachtaufkommen in die östliche Ostsee überstieg 2006 erstmals die magische Grenze von 50 Prozent des Gesamtumschlags. Dennoch habe man im Ostuferhafen noch Wachstumsreserven. Claus bezifferte die aktuelle Auslastung der Umschlaganlagen auf rund 65 Prozent. Mit dem Erreichen der Zielmarken erreiche man dann den Zustand der Vollauslastung. Zur Mittelfriststrategie gehört auch, dass der Seehafen Kiel an seiner Mitte 2005 gegründeten, hundertprozentigen Umschlagtochter Seehafen Kiel Stevedoring GmbH festhalten werde. „Bis 2010 bleibt alles beim Alten. In dem Jahr werden wir dann eine ordnungspolitische Neubewertung vornehmen, wie wir mit dem Unternehmen weiter umgehen wollen“, präzisierte Angelika Volquartz. Hafenchef Claus sieht in der Gesellschaft einen wichtigen Schlüssel, „um neue Geschäftsfelder im Ostuferhafen zu erschließen“. Zu den heute vorstellbaren Optionen ab 2010 gehöre ein Verkauf der Gesellschaft als Ganzes ebenso wie eine Teil-Veräußerung oder die Fortführung des Unternehmens unter dem Dach der Seehafen Kiel GmbH. Volquartz weiter: „Wir werden dabei auch berücksichtigen, was zum Beispiel auf dem Gebiet Privatisierung von Hafengesellschaften in Lübeck oder in Hamburg geschehen sein wird.“ (eha)

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