Hafen Hamburg: Hafenquerspange soll jetzt im Süden verlaufen

24.02.2010 10:07 Uhr
Hamburg Köhlbrandbrücke
Blick auf die Köhlbrandbrücke. Ursprünglich sollte die Nordvariante der Hafenquerspange parallel dazu verlaufen. Das ist nun hinfällig.
© Foto: Arndt

Hamburger Senat beschließt neue Linienführung / Nordvariante aus dem Jahr 2005 vom Tisch / Hafenwirtschaft begrüßt Entscheidung

Hamburg. Eines der zentralen Infrastrukturvorhaben des Stadtstaates Hamburgs kommt einen kleinen Schritt voran. Nach den seit März 2009 laufenden intensiven Beratungen und Diskussionen soll das Verbindungsstück zwischen den beiden Nord-Süd-Autobahnen A 1 und A 7, die sogenannte Hafenquerspange, am Südrand des Hamburger Stadtgebiets verlaufen. Das gab Hamburgs Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk (GAL/Grüne) jetzt bekannt. Die neue, rund 9,4 Km lange Trasse würde von der Autobahnanschlussstelle bei Moorburg (A 7) bis zur Autobahnanschlussstelle bei Stillhorn (A 1 ) verlaufen. Die noch 2005 durch Hamburg beim Bund angemeldete „Nordtrasse“, die in Teilen parallel zur Köhlbrandbrücke und weiter durch den Hafen verlaufen wäre, ist damit vom Tisch. Hajduk bezifferte die Baukosten der Südtrasse auf rund 715 Millionen Euro. Hamburg werde jetzt mit dem Bund über die Finanzierung des für den Stadtstaat, aber auch für den gesamten norddeutschen Raumes wichtigen Infrastrukturbauwerkes verhandeln. Die Grünen-Politikerin hält es für möglich, dass das Planfeststellungsverfahren im Zeitraum 2011/2012 in Angriff genommen werden könnte. Für die Südvariante, die, das räumte die Senatorin ein, „finanziell und technisch anspruchsvoll sei“, spreche neben einer größeren Umweltfreundlichkeit und geringeren Belastungen für die Anwohner auch, dass sie einen wirkungsvolleren Beitrag zur Verkehrsentlastung im Süden leisten werde. Auch Hafen- und Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU) hält die etzt beschlossene Südvariante für die beste Lösung für die Hafenquerspange, über deren Bau seit fast drei Jahrzehnten in Hamburg diskutiert wird. ER sprach sich für eine „schnelle und dringende“ Verwirklichung des Vorhabens aus. Mit Erleichterung quittiert auch die Hafenwirtschaft die Entscheidung in der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU). Klaus-Dieter Peters, Präsident des Unternehmensverband Hafen Hamburg (UVHH), bescheinigt dem Senat „die nötige Weitsicht bei einem herausragenden Projekt der Verkehrs- und Hafenplanung“. Er betonte auch, dass dieses Vorhaben nicht nur Hamburg, sondern ganz Norddeutschland diene. Sie sei ein wichtiges Bindeglied im norddeutschen Autobahnnetzwerk, das in den kommenden Jahren mit dem Projekten A 20 und A 26 weiter wachsen wird. Beifall kommt auch von der Hamburger Handelskammer, deren Präses Frank Horch darauf hinweist, dass die Elbe-Stadt und ihr Hafen „den unmittelbaren Anschluss an das Autobahnnetz“ dringend benötige. Horch wörtlich: „Die Hafenquerspange ist für die Zukunft unseres Hafens lebensnotwendig.“ Mit der ausgearbeiteten Trasse halte man bei der BSU zudem die „spätere Nutzung der Hafenerweitungsflächen in Moorburg“ offen. Auf „entschiedene Ablehnung“ stößt die Südtrasse beim BUND Hamburg. So verlaufe ein Teil der Strecke durch wertvolle Naturschutzbereiche. Zudem beruhe das Vorhaben „auf einer unsicheren Bedarfsprognose“ für den Hamburger Hafen. Inzwischen sei doch erkennbar, dass „der Containerumschlag im Hamburger Hafen nicht ins Unendliche wachsen wird wie noch vor zwei Jahren in Aussicht gestellt, so Manfred Braasch, BUND-Landesgeschäftsführer Hamburg. (eha)

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