Hamburg. Die deutschlandweit bislang größte je beschlagnahmte Menge von Schmuggelzigaretten darf ab sofort der Hamburger Zoll für sich beanspruchen. Nach monatelangen Recherchen, in die auch verschiedene europäische Zollverwaltungen mit einbezogen wurden, konnten jetzt im Hamburger Hafen 19 Container mit rund 171 Millionen Zigaretten sicher gestellt werden. Sie gehörten zu einem Paket von insgesamt 24 Containern, allesamt aus China stammend, die die so genannte „Ermittungsgruppe Hafen“ des Hamburger Zollfahdnungsamtes bereits im März dieses Jahres aus dem gewaltigen China-Ladungsstrom heraus „selektiert“ hatte. Beim Überprüfen einer der verdächtigen Boxen fanden die Beamten hinter einer simplen Tarnladung aus Textilien und Schuhen das eigentliche Transportgut: Zigaretten der Marke „Marlboro“. Bestimmt waren die Container ursprünglich für Empfänger in Ungarn, Österreich, den Niederlanden und Frankreich. Um den Drahtziehern auf die Spur zu kommen, ließ der Zoll fünf Boxen durchlaufen, wobei der weitere Transportweg lückenlos durch den Zoll „mitbegleitet“ wurde. In den Folgewochen erfolgten Festnahmen in Ungarn, Österreich und im Raum Aachen. Die restlichen 19 Boxen, die noch im Hamburger Freihafen lagerten, wurden am 24.Mai beschlagnahmt. Durch den Zugriff wurde dem Fiskus ein Steuerschaden von rund 50 Millionen Euro erspart. Die Glimmstengel hätten auf dem Schwarzmarkt einen Verkaufserlös von um die 30 Millionen Euro erzielt. Mit der jetzt beschlagnahmten Menge hat der Hamburger Zoll bereits die Menge Schmuggelzigaretten sichergestellt, die er im gesamten Jahr 2004 beschlagnahmt hatte. Beim Hamburger Zoll ist man überzeugt: Das ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Schmuggelbanden gingen im dreister vor, heißt es. (eha)
Hafen Hamburg: 171 Millionen Schmuggelzigaretten beschlagnahmt
Größte bislang in Deutschland beschlagnahmte Menge