Hafen Gent verliert fast ein Drittel des Aufkommens

17.07.2009 16:59 Uhr
Torline
In Gent werden deutlich weniger Fahrzeuge umgeschlagen
© Foto: Hafen Gent

Stahlkrise trifft belgischen Hafen hart: Hoffnung auf die langfristige Wirkung der Großinvestitionen

Gent. In den Sog der Weltwirtschaftskrise ist auch die Nummer drei unter den belgischen Seehäfen, Gent, geraten. Danach büßte der stark von der Montan-Industrie geprägte Seehafen im ersten Halbjahr gut 28,7 Prozent seiner Ladung ein. Unterm Strich verblieben demnach 16,8 Millionen Tonnen statt der gut 23,8 Millionen Tonnen im Vorjahreszeitraum bewegten Gütermengen. Allerdings sei 2008 auch ein „sehr gutes Jahr gewesen“, relativierte Sas van Rouveroij van Nieuwaal, Vorsitzender des Städtischen Hafenbetriebs Gent, bei der heute erfolgten Veröffentlichung der aktuellen Halbjahreszahlen. Innerhalb der zurückliegenden sechs Monate stellte der Monat Mai den „absoluten Tiefpunkt“ dar, so der Vorsitzende weiter. Seit Juni häuften sich die positiven Meldungen. Der Hafen habe in den zurückliegenden Jahren wichtige Investitionen verwirklicht, die ihre volle Wirkung erst in den kommenden Jahren entfalten dürften, so Van Rouveroij van Nieuwaal weiter. Dazu gehört für ihn der Neubau des Hafenbeckens Kluizendok, in dem sich neben einem neuen Container-Terminal-Betreiber vor allem Logistik-Dienstleister niedergelassen haben. „Ich bin weiterhin voller Vertrauen in die Zukunft des Genter Hafens“, betonte Van Rouveroij van Nieuwaal. Gent bekam in den vergangenen Monaten vor allem die dramatische, negative Trendumkehr in der Stahl- und Eisen-Industrie sowie in der Autoindustrie zu spüren. Der schwedische Hersteller Volvo betreibt zum Beispiel Fabriken für die Nutzfahrzeug- und Bus-Produktion sowie die Automobilfertigung. „Die mengenmäßig bedeutendsten Einbrüchen hatten wir denn auch bei Stahl und Eisen sowie in der Auto-Industrie“, präzisierte Van Rouveroij van Nieuwaal. Bessere Zahlen lieferten die Sparten Flüssiggüter, Baustoffe und trockene Massengüter wie zum Beispiel Schlackensand. Beim reinen Seeverkehr betrug der Mengenrückgang im aktuellen Berichtszeitraum knapp 32 Prozent auf 9,3 Millionen Tonnen. Bei den auf die Binnenschifffahrt entfallenden Gütermengen fiel der Rückgang mit gut 24,5 Prozent auf 7,5 Millionen Tonnen etwas geringer aus. (eha)

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