Güterbahn befürchtet Verlust von Marktanteilen

28.05.2009 13:35 Uhr
Der Schienengüterverkehr befürchtet den Verlust von Marktanteilen zu Gunsten der LKW-Transporte.

Wettbewerbsbeauftragte der Deutschen Bahn, Joachim Fried, sieht "Rückbewegung von der Schiene auf die Straße"

Berlin. Die Bahn befürchtet, im Güterverkehr wieder dauerhaft Marktanteile an die LKW-Speditionen zu verlieren. Es gebe seit einigen Wochen „eine Rückbewegung von der Schiene auf die Straße“, sagte der Wettbewerbsbeauftragte der Deutschen Bahn, Joachim Fried, am Donnerstag in Berlin. Dies habe mit dem derzeit "extrem harten Preiskampf zu tun" und damit, dass dem Staatskonzern wegen der Wirtschaftskrise die nötigen Gütermengen fehlten. „Wir müssen sehr darauf achten, dass nicht in kurzer Zeit das kaputtgemacht wird, was in den vergangenen fünf Jahren geschafft wurde“, sagte er. Er forderte die Bundesregierung auf, die Bahn von Steuern und Abgaben zu entlasten, damit sie als umweltfreundliches Verkehrsmittel mehr Chancen haben. Fried legte den Wettbewerbsbericht 2009 vor. Danach hatten die Bahnen in Deutschland im vergangenen Jahr beim Gütertransport einen Marktanteil von 17,3 Prozent, genauso viel wie 2007. Seit 2003 hatte die Schiene ihren Anteil jeweils leicht erhöht. Mit Lastwagen wurden im vorigen Jahr 70,8 Prozent der Güter befördert. Die Konkurrenten der Deutschen Bahn hätten ihren Marktanteil im Schienengüterverkehr von 19,7 Prozent (2007) auf 21,0 Prozent gesteigert, berichtete Fried. Dies zeige „die sehr guten Marktzugangsbedingungen“, und dass der Wettbewerb auf dem deutschen Netz funktioniere. Im Regionalverkehr hätten die Wettbewerber von 16,3 auf 18,4 Prozent Marktanteil zugelegt. Fried kritisierte, dass Frankreich seinen nationalen Strecken nach wie vor gegen ausländische Konkurrenz abschotte. Dies sei eine Wettbewerbsverzerrung. Der französische Konzern Veolia warf der Deutsche Bahn hingegen vor, ein unscharfes Bild zu zeichnen. Es sei zwar richtig, dass in Deutschland private Unternehmen im Personen- und Güterverkehr zulegten. Doch die Marktöffnung könnte viel weiter sein. Faktisch konkurrierten wenige Wettbewerber um eine kleine Anzahl von Aufträgen, konstatierte der Geschäftsführer der deutschen Tochter Veolia Verkehr, Axel Sondermann. Die Hälfte der Aufträge werde direkt oder per Verhandlungsverfahren vergeben - meist an die Deutsche Bahn. (dpa)

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