Nach Ansicht des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbandes Astag ist das Debakel am Gotthard eindeutig das Resultat einer verfehlten Verkehrspolitik. Auf der Delegiertenversammlung in Schwyz hielt Zentralpräsident Carlo Schmid-Sutter fest: "Mit dem Landverkehrsabkommen hat sich die Schweiz verpflichtet, als Beitrag zur Entschärfung des den gesamten Alpenraum belastenden Umwegverkehrs über den Brenner und den Montblanc einen Teil dieses Verkehrs zu übernehmen. Dabei hat sich die Hoffnung, Mehrverkehr auf die Schiene zu verlagern, als kurz- und mittelfristig unrealisierbar erwiesen." Das vom Bund eingeführte Dosiersystem mit alternierendem Einbahnverkehr für die Lastwagen sowie Stauräumen vor und hinter den Alpenübergängen am Gotthard und San Bernardino sei auf Dauer nicht durchführbar, sagte Schmid-Sutter. Habe man anfänglich von einer Stunde Wartezeit gesprochen, seien nun zwei, vier oder gar sechs Stunden an der Tagesordnung. Die Astag fordert deshalb, dass nach Abschluss der sicherheitsrelevanten Bauarbeiten am Gotthard-Straßentunnel dieser wieder für alle Fahrzeugkategorien im Gegenverkehr zur Verfügung steht. (vr/eka)
Gotthard: Dosiersystem ist keine Lösung
Bis zu sechs Stunden Wartezeit sind keine Seltenheit