Geodis interessiert private Kapitalanleger

17.07.2002 16:14 Uhr

Modalis will Bahn und Post mit 49 an der Logistikgruppe Geodis beteiligen

Um den Eintritt in das Kapital der von der Staatsbahn SNCF kontrollierten führenden französischen Transport- und Logistikgruppe Geodis SA bemühen sich nach Meldungen der Pariser Wirtschaftspresse zur Zeit zwei private Interessenten. Der Reederei- und Mischkonzern Bolloré, Puteaux, will rund 20 Prozent vom Kapital übernehmen. Bis vor wenigen Tagen schien einem Einstieg von Bolloré nichts im Wege zu stehen. Überraschend ist aber jetzt mit einer auf den Namen Modalis lautenden Holding ein zweiter Bewerber auf den Plan getreten. Dieser strebe 33 Prozent vom Kapital der Gruppe an, könne ohne weiteres 200 bis 250 Millionen Euro mobilisieren und wolle sich finanziell im französischen und belgischen Transport- sowie Logistikgewerbe engagieren, erklärte einer der an Modalis Beteiligten, der Consulting-Unternehmer Bernard Krief. Zu der Holding gehören ferner die nordfranzösische, auf Einzelhandelsketten spezialisierte Familie Mulliez (über ihre Versandhaustochter 3 Suisses), der Fahnenfabrikant Luc Doublet, Banken, Regionalpolitiker, die belgischen Regionen Wallonien und Flandern sowie Interessenten aus dem Großherzogtum Luxemburg. Der neue Geodis-Chef Pierre Blayau sucht seit seinem Amtsantritt nach frischem Geld für die Transportgruppe und hat erklärt, er wolle die geplante Kapitalerhöhung von rund 100 Millionen Euro bis zum Herbst abgeschlossen haben. Das Modalis-Angebot impliziert die spätere Einbeziehung von La Poste, und sieht vor, Bahn und Post gemeinsam auf 49 Prozent Anteil an Geodis zu bringen. Momentan hält die Bahn-Holding SNCF Participations 44,18 Prozent. Auf die von der Großbank Société Générale kontrollierte Gruppe Salvepar entfallen 26,63 Prozent, den Rest teilen sich andere Anleger und der Lebensversicherer AGF-Vie. Modalis versteht seine Offerte als "industrielles Projekt" und verweist besonders auf die Notwendigkeit, Transport und Logistik zwischen Südeuropa, Lille, Anwerpen und Rotterdam zu verstärken. (vr/jb)

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