Gehalt: Frauen verdienen weniger

04.04.2002 07:19 Uhr

Frauen verdienen immer noch weniger als ihre männlichen Kollegen, das zeigen die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, verdienten Frauen im Jahr 2001 weiterhin deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. So erreichten die vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen im Produzierenden Gewerbe, Handel, Kredit- und Versicherungsgewerbe im Oktober 2001 mit 2294 Euro 79,0 Prozent des Männerverdienstes (2904 Euro). Günstiger fiel diese Relation in den neuen Bundesländern aus. Hier kamen die Frauen auf 87,4Prozent des Durchschnittsverdienstes der Männer bei allerdings erheblich niedrigerem Niveau (1846 Euro gegenüber 2111 Euro). In längerfristiger Betrachtung zeigt sich eine allmähliche Annäherung der Frauenverdienste an die der Männer. Im Jahr 1957 erzielten in der damaligen Bundesrepublik Deutschland Arbeiterinnen 57,3 Prozent und weibliche Angestellte 55,3 Prozent des jeweiligen Männerverdienstes. In den 44 Jahren seither hat sich diese Relation auf 73,6 Prozent bei Arbeitern und auf 70,8 Prozent bei Angestellten erhöht. Die aktuellen Verdienstunterschiede dürften im Wesentlichen darauf zurückgehen, dass Frauen häufiger als Männer mit weniger anspruchsvollen und deswegen geringer entlohnten Arbeiten beschäftigt werden. So sind beispielsweise 12 Prozent der Arbeiterinnen als Fachkräfte und 45 Prozent als ungelernte Kräfte eingesetzt, bei Arbeitern machen dagegen die Anteile von Facharbeitern 58 Prozent und von ungelernten Kräften 11 Prozent aus. Von den weiblichen Angestellten arbeiten 38 Prozent als Bürofachkräfte und ungelernte Kräfte, von den männlichen dagegen nur 14 Prozent. In den neuen Ländern sind diese Unterschiede schwächer ausgeprägt; hieraus erklären sich zum Teil die geringeren Verdienstunterschiede. Zu beachten ist auch der unterschiedliche Frauenanteil in den Wirtschaftszweigen. Er beträgt beispielweise im Einzelhandel – einem Wirtschaftszweig mit relativ niedrigen Verdiensten – rund 60 Prozent, im Produzierenden Gewerbe mit seinem relativ hohen Verdienstniveau dagegen nur 18 Prozent. Im Produzierenden Gewerbe beschäftigen wiederum die Branchen mit dem niedrigsten Verdienstniveau – etwa das Leder-, Bekleidungs- und Textilgewerbe – besonders viele Frauen.

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