Gebremstes Wachstum beim Containerumschlag

31.07.2008 14:40 Uhr
Kaimauerbau Hafen Hamburg 290
Der Containerboom in Hamburg ebbt ab
© Foto: Arndt

Im Hamburger Hafen hat sich das Wachstum beim Containerumschlag im ersten Halbjahr 2008 deutlich verlangsamt

Hamburg. Im Hamburger Hafen hat sich das Wachstum beim Containerumschlag im ersten Halbjahr 2008 deutlich verlangsamt. Nach zweistelligen Zuwachsraten in den vergangenen Jahren wurden in den ersten sechs Monaten mit fünf Millionen 20-Fuß-Standardcontainern (TEU) nur noch 3,8 Prozent mehr Container als im ersten Halbjahr 2007 umgeschlagen, teilte Hafen Hamburg Marketing (HHM) am Donnerstag mit. Der Hafen bleibe aber auf Wachstumskurs. Auch wenn das erste Halbjahr kein zweistelliges Wachstum gebracht habe, seien 182.000 TEU mehr umgeschlagen worden als im ersten Halbjahr 2007. Ein Grund für die Abschwächung sei eine Delle im Containerverkehr mit China. Der Gesamtumschlag lag von Januar bis Juni bei 71 Millionen Tonnen, verglichen mit dem Vorjahreshalbjahr ein Plus von nur noch 2,1 Prozent. Allein der Containerumschlag sei von 1998 bis heute um 360 Prozent gestiegen, sagte HHM-Vorstand Claudia Roller. Hamburgs Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU) hielt trotz des gebremsten Wachstums am Ziel von 18,1 Millionen im Hamburger Hafen umgeschlagenen TEU bis 2015 fest. Er verwies darauf, dass der Hafen weiter ein Jobmotor sei: „167.000 Menschen sind heute im Hafen oder hafenabhängig beschäftigt.“ In Niedersachsen sei der Hamburger Hafen nach VW der zweitwichtigste Arbeitgeber. Um den Wachstumskurs fortzusetzen solle 2009 die Elbvertiefung beginnen. Für das Ausbaggern der Elbe bis zu einer Fahrrinnentiefe von 14,50 Metern seien 21 bis 24 Monate notwendig. Bereits nach einem halben Jahr Baggern „wird es erste deutlich spürbare Tiefgangsverbesserungen geben“, berichtete Gedaschko. Er rief die benachbarten Bundesländer auf, „emotionale Störfeuer“ gegen die Elbvertiefung zu beenden. Die norddeutschen Küstenländer seien ein Stück weit Gewinner der Globalisierung. „Wir dürfen uns nicht kleinstädtisch, kirchenturmartig gegenseitig die Container neiden.“ Er schlug vor, sich auf die Zeit der Hanse zurückzubesinnen, als man gemeinsam große Ziele durchgesetzt habe. Gleichwohl betonte er, dass das Ausbaggern der Elbe zunächst rechtlich abgesichert sein müsse. „Ich gehe felsenfest davon aus, dass wir beklagt werden.“ (dpa/sv)

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