Dortmund/Vreden. Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund und Kemper, ein Hersteller von Produkten zur Metallbearbeitung mit Sitz in Vreden, haben gemeinsam ein neues automatisches Lagersystem für Blechtafeln entwickelt. Das System besteht seitens der Hardware aus einem modular aufgebauten Hochregallager, einem automatischen Regalbediengerät (RGB) mit einem zu beiden Seiten teleskopierbaren Sauggreifersystem sowie einer nahezu beliebigen Zahl von Ein- und Auslagerplätzen. Diese ermöglichen – auf Wunsch mittels automatischer Verschiebetische – den Transport von Blechtafeln zum Lager oder vom Lager zu Verarbeitungsmaschinen, beispielsweise Brennschneidmaschinen. Eine Lagerverwaltungs-Software mit integrierter Materialflusssteuerung steuert alle Funktionen der Anlage und unterstützt die Flexibilität der mechanischen Systeme. Diese Lagerverwaltungs-Software basiert auf dem Open Source Framework „MyWMS“ des Fraunhofer IML. Anders als bei bisher angebotenen Lagersystemen für Blechtafeln werden laut Fraunhofer IML bei der neuen Lösung keine Ladehilfsmittel in Form von Schubladen oder Kassetten benötigt. Abhängig von der Blechdicke liegen in jedem Regalfach bis zu 150 Bleche übereinander. Das jeweils oberste Blech wird mittels Sauggreifer gegriffen, die integrierte Sensorik und Steuerung sorgen dafür, dass immer nur ein einzelnes Blech abgehoben wird. Das bisher übliche Ein- und Auslagern von befüllten Schubladen oder Kassetten entfällt damit. Kemper und das Fraunhofer IML wurden für das neue Blechtafel-Lagersystem, das im Herbst 2008 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt worden war, kürzlich mit dem 2. VDI-Innovationspreis 2009 ausgezeichnet. (pi)
Fraunhofer-Forscher stellen neues Lagersystem vor
Das Fraunhofer IML in Dortmund und Kemper, ein Hersteller von Produkten zur Metallbearbeitung, haben ein neues automatisches Lagersystem für die metallverarbeitende Industrie erstellt