Frankfurt/Main. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport verzeichnet in der Wirtschaftskrise kräftige Gewinnrückgänge, bleibt aber in den schwarzen Zahlen. Im ersten Halbjahr 2009 sank der Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31,1 Prozent auf 70,1 Millionen Euro, wie das MDax-Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz betrug 945,5 Millionen Euro und lag damit 9,5 Prozent unter dem Wert der ersten sechs Monate 2008. Unter Herausrechnung von Firmenkäufen und -verkäufen sank der Umsatz trotz rückläufiger Passagier- und Frachtzahlen nur um 2,2 Prozent. Das Cargoaufkommen ging von Januar bis Juni in Frankfurt um 21,4 Prozent zurück auf rund 849.000 Tonnen Luftfracht und –post. „Immerhin haben wir auch in der Krise weiter schwarze Zahlen geschrieben, so dass wir eine gute Ausgangsposition haben, um für die Zeit nach der Krise optimistisch zu sein“, sagte Vorstandschef Wilhelm Bender laut einer Mitteilung. Mit dem im Mai begonnenen Bau einer neuen Landebahn in Frankfurt sei ein wichtiges Zeichen für die Zukunftsfähigkeit des größten deutschen Flughafens gesetzt worden. Nach der Krise werde Frankfurt dann überproportional von den üblichen Nachholeffekten profitieren können. Angesichts der Passagierrückgänge rechnet Fraport auch für das Gesamtjahr mit einem sinkenden Überschuss. Das operative Ergebnis (EBITDA) soll der Prognose zufolge zwischen 500 und 530 Millionen Euro liegen nach 590 Millionen Euro im Vorjahr, heißt es im Konzern- Zwischenbericht. Die Fraport-Aktie legte am Vormittag bis zu 3,2 Prozent auf 34,70 Euro zu. Analysten hatten mit einem stärkeren Rückgang des Gewinns im zweiten Quartal gerechnet. Der Rückgang der Gesamt-Umsätze des Konzerns ist im Wesentlichen auch auf den Verkauf der Beteiligung am defizitären Flughafen Hahn im Hunsrück sowie der Sicherheitsfirma ICTS zurückzuführen. Dies erklärt auch einen Rückgang der durchschnittlichen Mitarbeiterzahl von gut 25.000 auf nunmehr rund 20.000 im ersten Halbjahr 2009. Stark ausgeweitet hat das Unternehmen seine Investitionen, die von 328,1 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2008 auf nun 708,6 Millionen Euro stiegen. Darin enthalten sind Bauprojekte zur Erweiterung und Modernisierung bestehender Terminals als auch Kosten in Zusammenhang mit dem Flughafenausbau. Insgesamt will Fraport vier Milliarden Euro in die vierte Bahn und in ein drittes Terminal stecken. Die Netto- Verschuldung der Fraport lag Ende Juni bei knapp 1,5 Milliarden Euro, rund 600 Millionen Euro mehr als Ende Dezember 2008. (dpa)
Fraport-Gewinn schrumpft im 2. Quartal weniger stark als erwartet
Vorstand hält an Jahreszielen fest / Ergebnis sinkt um knapp 34 Prozent / Umsatz schrumpft um rund vier Prozent / Cargoaufkommen in Frankfurt weiter rückläufig