Paris. Mit einem 24-stündigen Streik hat die Vereinigung der französischen Hafengewerkschaften FNDP und CGT Anfang November darauf aufmerksam gemacht, dass die am 4. Juli letzten Jahres gesetzlich verabschiedete Seehafenreform aus ihrer Sicht noch immer nicht in trockenen Tüchern sei. Deren Kernstück ist die Übernahme der Docker und Kranführer durch Firmen mit privatem Statut. Diese sind durch die gegenwärtige massive Krise im Seetransport stark in Mitleidenschaft gezogen und reagieren darauf mit Umstrukturierungs- und Sozialplänen. Von Dunkerque über Le Havre und Bordeaux bis Marseille-Fos wächst die Angst vor Entlassungen, Firmenschließungen und Stilllegung von Hafenanlagen. Alle Mittel seien gut, um Arbeitsplätze abzubauen, erklärt die in den Seehäfen dominierende Gewerkschaft CGT. Die FNDP hat ihren Mitgliedern nach einem Bericht von Transports Actualités inzwischen empfohlen, dem durch Verweigerung von Überstunden oder Streichung von zwei Schichten pro Woche zuvor zu kommen. Sie drohte damit, noch in diesem Monat neue Protestaktionen zu starten und kündigte einen „langwierigen Konflikt" in den Häfen an. Die Überführung des technischen Hafenpersonals in private Regie soll laut Gesetz bis spätestens 2011 erfolgt sein. Verkehrs-Staatssekretär Dominique Bussereau scheint diesen Prozess jetzt aber beschleunigen zu wollen und schon Anfang nächsten Jahres abgeschlossen sehen. (jb)
Frankreich: Seehafenreform stockt
Krise bedroht zahlreiche Arbeitsplätze in den Häfen: Die französischen Gewerkschaften drohen mit neuen Auseinandersetzungen