Paris. Das interministerielle Komitee für Ausbau und Entwicklung des Landes hat sich auf ein Langzeitprogramm bis 2025 geeinigt und dabei erstmals deutliche Signale zu Gunsten einer Verlagerung des Transports von der Straße auf alternative Träger gesetzt: 75 Prozent der vorgesehenen Projekte betreffen nicht die Straße, sondern die Schiene, den maritimen und Binnenschifftransport. Für Frankreich kommt dies einer radikalen Neuorientierung gleich, zumal die Finanzierung des weit über 20 Milliarden schweren Programms über die Einnahmen des Staates aus der Autobahnmaut erfolgen soll, ergänzt möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt durch die vom Gütertransportgewerbe gefürchtete und bekämpfte Einführung einer zusätzlichen Maut für die Benutzung sekundärer Schnellstraßen ind regionaler und lokaler Regie. Vom Tisch ist jedoch wohl endgültig der Plan, nach dem Modell anderer EU-Staaten eine generelle LKW-Kilometer-Abgabe einzurichten. Zu den Entscheidungen des Komitees gehört auch die Einrichtung zweier "autoroutes de la mer" - maritimer Kabotagelinien, mit denen auf Dauer zehn Prozent des aktuellen Straßentransportaufkommens auf den Seeweg verlagert werden sollen. Von der Presse fast unkommentiert geblieben ist dagegen das, was L`Officiel des Transporteurs als "Läuten des Sterbeglöckleins für den Kombiverkehr" bezeichnet. Daran dürfte auch die möglicherweise positive Zukunft für die kürzlich in Betrieb genommene Huckepack-Verbindung über die Alpen zwischen Aiton und Orbassano nichts ändern. Die Transportverbände haben die wegweisenden Beschlüsse einhellig begrüßt, insbesondere auch die angekündigte Schaffung einer speziellen Agentur für die Finanzierung und Verteilung der Mittel, die zukünftig für verkehrspolitische Maßnahmen aufgewendet werden sollen.(vr/jb)
Frankreich: Neues Infrastrukturprogramm festgelegt
Transport von der Straße soll auf alternative Verkehrsträger verlagert werden