Paris. Nicht die im Vergleich zum Straßengütertransport höheren Tarife sind Schuld daran, dass der Kombinierte Transport in Frankreich nicht von der Stelle kommt. Der wesentliche Grund dafür sind vielmehr gravierende Qualitätsmängel im Bereich des Service. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der staatlichen französischen Planungsbehörde Commissariat général au Plan, die jetzt veröffentlicht wurde. Pünktlichkeit und Verlässlichkeit wie bei der Straßenkonkurrenz könne die Schiene nicht garantieren, heißt es darin, nicht zuletzt weil Zugverkehre immer wieder Opfer der zahlreichen Arbeitskämpfe bei der Bahn werden. Mit 1500 Zügen pro Woche und 1,3 Millionen transportierten Containern erreicht der Kombinierte Verkehr zur Zeit 25 Prozent des gesamten Bahnfrachtvolumens. Er hatte zwischen 1990 und 1997 einen rasanten Aufschwung erlebt, stagniert aber seither. Staat und Bahn bescheinigt der Bericht zudem mangelndes Interesse am Kombinierten Verkehr. Die meisten öffentlichen Gelder gingen in den Straßenbau, und die Staatsbahn favorisiere mit ihrer Politik eindeutig den Personenverkehr. Die Autoren empfehlen, den Kombibereich auf die großen transeuropäischen Achsen zu konzentrieren, mehr Wettbewerb zuzulassen und die Subventionen gezielter zu verteilen. (vr/jb)
Frankreich: Gutachten stellt Kombinierten Verkehr schlechtes Zeugnis aus
Bericht sieht Servicemängel als Hauptgrund für Stagnation