Die Deutsche Post World Net (DPWN) will weiter am Standort Flughafen Frankfurt als dem Eckstein ihres Nachluftpost-Sterns festhalten. Das bekräftigte Klaus Zumwinkel, Vorstandsvorsitzender der DPWN, auf der Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens in Bonn. Er bezog damit Stellung zu jüngsten Verlautbarungen der Fraport AG, die darin ihr Festhalten an dem politischen Junktim "Verfügung eines generellen Nachtflugbetriebes bei Inbetriebnahme einer zusätzlichen Landebahn" bekräftigt hatte. Der Nachtluftpostbetrieb sei unverzichtbar, um den hohen Qualitätsstandard in der nationalen Briefpost gewähren und die "Bombenquote" (Zumwinkel) von 95 Prozent Zustellsicherheit beim Brief am Folgetag sicherstellen zu können. Der Post-Chef bestätigte, dass man mit der Fraport AG im engen Dialog stehe und dabei inzwischen auch "robuste Argumente" austausche. Die von Frankfurt ins Feld geführte Alternative Flughafen Hahn als potenzielle Drehscheibe für die Fracht und die Nachtluftpost lehnte er kategorisch ab. Den Vermarktungsbemühungen der Fraport AG könne er daher "nur viel Glück wünschen". Sollte die Post den Nachtluftpost-Stern in Frankfurt allerdings tatsächlich aufgeben müssen, dann müsse sich die Fraport auf entsprechende Schadensersatzansprüche seitens der Post gefasst machen. Die Post habe rund 250 Millionen Mark in Frankfurt investiert, präzisierte Zumwinkel. Als Alternativstandort sieht er den Flughafen Leipzig/Halle. Dort könne man prinzipiell dasselbe machen wie in Frankfurt, ließ Zumwinkel durchblicken. (vr/eha)
Frankfurt: Zumwinkel droht wegen Nachtflugverbot mit Schadenersatzansprüchen
Post hat 250 Millionen Mark in Frankfurt investiert