Frankfurt/Main - Beim Kampf gegen den Fluglärm am Frankfurter Flughafen hat der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) konkrete Taten verlangt. Man sei skeptisch gegenüber den von Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und der Luftverkehrswirtschaft angekündigten Maßnahmen zum „aktiven Schallschutz", erklärte die Organisation am Donnerstag in Frankfurt. Für viele Bestandteile der bereits über zehn Jahre lang diskutierten Maßnahmen fehle es zudem an den notwendigen Genehmigungen.
Das BUND-Vorstandsmitglied Dirk Teßmer verlangte von der Landesregierung die verbindliche Einführung eines Nachtflugverbots von 23.00 bis 5.00 Uhr an Deutschlands größtem Flughafen. Ohne effektiven Schutz gegen Nachtflüge bleibe jedes Konzept Stückwerk. Auf den Fortschritt der Technik könne man nicht zählen, wie die Vergangenheit bewiese: „Es ist in den letzten zehn Jahren nicht leiser geworden", meinte Teßmer.
Koch hatte am Dienstag nach einer Sitzung des Forums Flughafen und Region (FFR) ein erstes Paket konkreter Maßnahmen gegen den Fluglärm vorgestellt, von denen die meisten noch in diesem Jahr beginnen sollen. Sie würden nach Berechnungen von Experten vor allem kurzfristig wirken. Der BUND hatte im Februar aus Protest gegen den Ausbaukurs seine Mitarbeit im Forum aufgegeben.
Am Donnerstag teilte zudem die Frankfurter Fluglärmkommission mit, sich mit den Anti-Lärm-Vorschlägen der Experten befasst zu haben. Nunmehr werde Kontakt mit den Kommunen aufgenommen, die nach den Plänen mehr Fluglärm abbekommen würden. Das trifft für Heusenstamm, Obertshausen und Rüsselsheim sowie für den Landkreis Mainz-Bingen zu. Die Großstädte Frankfurt, Offenbach, Hanau und Mainz sollen hingegen unter dem Strich entlastet werden. Die Fluglärmkommission hat beratende Funktion bei den Genehmigungsbehörden.(dpa)