Flugsicherung rechnet mit massivem Einbruch des Luftverkehrs

23.03.2009 15:21 Uhr
Flugsicherung
Aktuell liegt der Rückgang des Flugverkehrs bei zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. die Flugsicherung rechnet mit einem massiven Einbruch. (Foto: ddp)
© Foto: Norbert Millauer / ddp

Rückgang um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr

Frankfurt/Main. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) rechnet mit einem massiven Rückgang des Luftverkehrs in Deutschland. Anfang Februar habe man die Prognose für 2009 von minus 3,5 auf minus 5,6 Prozent gesenkt, sagte DFS-Geschäftsführer Dieter Kaden am Montag in Frankfurt. "Ich glaube, dass ist noch nicht der Bodensatz." Er hoffe nur, dass der Rückgang nicht zweistellig ausfalle. Derzeit liege der Rückgang der Flugbewegungen seit Anfang des Jahres bei zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert. Erst für 2011 oder 2012 sei damit zu rechnen, dass das Rekordniveau des Jahres 2008 wieder erreicht wird. Im vergangenen Jahr hatte die Flugsicherung die Rekordzahl von 3,15 Millionen Flüge kontrolliert, das waren 1,1 Prozent mehr als 2007. Seit Oktober verzeichnet sie aber rückläufige Zahlen im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat. Kaden verwies darauf, dass die Luftfahrtorganisation IATA für Europa inzwischen wegen der Unsicherheiten keine Prognosen mehr für einen Zeitraum von mehr als wenigen Monaten abgebe. Die europäische Flugsicherungsbehörde Eurocontrol gehe für 2009 von einem Minus von fünf Prozent in Deutschland aus, der Flugplankoordinator für Deutschland rechne für den Sommerflugplan mit sechs Prozent Minus. Allerdings seien dies nur Prognosen. "Das ist eine Krise von bislang unbekannten Ausmaßen", sagte Kaden. Niemand wisse, was alles noch kommen werde. Wirtschaftlich sei 2008 für die bundeseigene Flugsicherung ein "exzellentes Jahr" gewesen, sagte Kaden. Genaue Zahlen kenne er noch nicht. Für das laufende Jahr sei kein Ausblick möglich. Für 2010 rechnet Kaden mit einer Erhöhung der Gebühren, die von den Fluggesellschaften für die Dienste der Flugsicherung zu zahlen sind. Wie in den meisten Länder habe man es versäumt, in guten Zeiten einen Stabilisierungsfonds aufzulegen, um im Abschwung die Gebühren nicht anheben zu müssen. Die Flugsicherung muss laut Gesetz kostendeckend arbeiten. Die Kosten für den Betrieb einer Radaranlage blieben aber konstant, egal ob ein oder 100 Flugzeuge sie nutzten, sagte Kaden. (dpa)

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