Fluglotsen pochen auf Staatsvertrag Luftverkehr Schweiz-Deutschland

08.08.2002 16:55 Uhr

Erhebliche wirtschaftliche Folgen bei Nein zum Abkommen erwartet

Die Fluglotsen-Verbände der Schweiz und Deutschlands sowie der Weltverband pochen auf die Ratifizierung des Fluglärm-Staatsvertrages zwischen Deutschland und der Schweiz. Eine Ablehnung würde erhebliche operative und wirtschaftliche Probleme verursachen, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung des schweizerischen Flugverkehrsleiterverbands Aerocontrol, des Verbands Deutscher Flugleiter und des Fluglotsen-Weltverbands IFATCA. Der Vertrag sieht unter anderem vor, die An- und Abflüge zum Flughafen Zürich-Kloten über Süddeutschland zu begrenzen. Zudem enthält er eine Übertragung der Flugkontrolle im Südwesten an ein Schweizer Unternehmen. Vor allem daran hatte sich Kritik entzündet. Wenn Deutschland die Flugsicherung über Süddeutschland bis "vor die Tore" des Flughafens Kloten zurücknehmen würde, könne der betroffene Luftraum nicht mehr effizient bewirtschaftet werden, schreiben die Fluglotsen-Verbände. Weder die Passagiere noch Fluggesellschaften und -häfen im Einzugsgebiet hätten ein Interesse an höheren Kosten für schlechtere Bedingungen wie etwa Verspätungen oder Kapazitätsverluste. Der Entwurf zum Staatsvertrag stelle einen tragbaren Kompromiss dar, der sowohl den berechtigten Interessen der Anwohner auf Lärmschutz als auch den betrieblichen Anforderungen des grenzüberschreitenden Luftverkehrs Rechnung trage. Der Schweizer Nationalrat und der deutsche Bundesrat haben sich allerdings bereits gegen den Staatsvertrag entschieden. Den Einspruch des Bundesrates muss nun der Bundestag mit der so genannten Kanzler-Mehrheit zurückweisen, wenn die Ratifizierung erfolgen soll. (vr/dpa)

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