Flughafen Lüttlich gewinnt neuen Cargo-Kunden

08.04.2014 09:48 Uhr
Der Flughafen Lüttich hat einen neuen Kunden im Bereich Luftfracht gewonnen

Der britische Kapazitätsanbieter ANA Aviation verlagert seine gesamten Luftfracht-Kapazitäten aus Kostengründen vom Flughafen Ostende nach Lüttich.

London. Der britische Kapazitätsanbieter ANA Aviation wird ab Ende Mai die gesamten Luftfracht-Kapazitäten vom Flughafen Ostende zum wallonischen Flughafen Lüttich verlagert. Nach Angaben des ANA-Managements erfolgt der Umzug aufgrund des härter gewordenen Wettbewerbs und aus Kostengründen. So sei beispielsweise Kerosin in Lüttich deutlich günstiger als im westbelgischen Ostende. Der Grund dafür ist eine Pipeline der NATO, mit der die von Lüttich aus startenden Militärflugzeuge des Bündnisses mit Treibstoff versorgt werden. Zugleich können kommerzielle Airlines das Kerosin erwerben, zu marktüblichen Preisen. Da Vortransporte entfallen, sind die Literkosten geringer als etwa in Ostende.

Bei der von ANA Aviation gemanagten Flotte handelt es sich um zwei MD-11-Frachter und eine Boeing 747-400F. Diese wurden von der britischen Gesellschaft gechartert. Sie sollen vorwiegend auf Routen nach West- und Zentralafrika eingesetzt werden und zugleich auch Bedarfsflüge durchführen, sagte ein Unternehmenssprecher zur VerkehrsRundschau. Zusammen bieten die drei Frachter Platz für die Mitnahme von knapp 300 Tonnen je Start.

Aufgrund des Schritts erwartet der Flughafen Lüttich einen jährlichen Zuwachs des Umschlags von rund 30.000 Tonnen. Zudem sollen vor Ort 80 direkte und rund 200 indirekte Arbeitsplätze entstehen.

Aufgrund der angekündigten Verlagerung stellt sich die Frage nach der Zukunft des Flughafens Ostende. Dieser verfügt ab Ende Mai, sollte die Akquisition neuer Airlines scheitern, kaum noch über Kunden. ANA Aviation nutzte den westbelgischen Airport seit 2007.

Vor ähnlichen Herausforderungen sieht sich der südenglische Flughafen Manston in der Grafschaft Kent gestellt. Mangels Flugverkehrs wird dort momentan die komplette Schließung des Platzes in Erwägung gezogen, sollte die britische Regierung ihm Subventionen verweigern. (hs)

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