Berlin/Antwerpen. Bei der Deutschen Bahn ist durch „fehlerhafte Abrechnungen“ bei Schenker NV in Belgien ein Schaden in zweistelliger Millionen-Euro-Höhe entstanden. Wenige Wochen vor dem geplanten Börsengang berichtete der Konzern am Freitag in Berlin von dem Fall, dessen Details noch untersucht würden. Ob es sich um Unterschlagung handelt, wollte eine Sprecherin nicht sagen. Die Bahn machte ebenso keine Angaben dazu, ob die Staatsanwaltschaft eingeschaltet wird. Schenker NV ist die belgische Tochter der Bahn-Frachtsparte DB Schenker, mit Sitz in Antwerpen. Sie hat 650 Beschäftigte und machte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 242 Millionen Euro. Bahn-Logistik-Vorstand Norbert Bensel teilte mit, der Schaden treffe „in keiner Weise unsere Kunden“. Der Vorgang beziehe sich allein auf Schenker. Der Antikorruptionsbeauftragte der Bahn, Wolfgang Schaupensteiner, befasst sich mit dem Fall. Über den Verbleib des Geldes müsse „das Management in Antwerpen Erklärungen liefern“, sagte er laut Mitteilung. In der Bilanz der Bahntochter DB Mobility Logistics AG für das erste Halbjahr sei der Sachverhalt bereits vollständig berücksichtigt worden. Der Konzern will 24,9 Prozent dieser Gesellschaft, in der die Verkehrs- und Transportsparten gebündelt sind, im Herbst an die Börse bringen. In Finanzkreisen wurde zuletzt der 27. Oktober als angestrebter Termin für den Börsengang genannt. (dpa/pi)
Fehlerhafte Abrechnungen bei Schenker - Schaden in Millionenhöhe
Bei der Deutschen Bahn ist durch „fehlerhafte Abrechnungen“ bei Schenker NV in Belgien ein Schaden in zweistelliger Millionen-Euro-Höhe entstanden