Exporte ziehen auf niedrigem Niveau an

09.11.2009 12:05 Uhr
Exportanstieg 290
Der Wert der Ausfuhren stieg im September leicht an, das Gesamtvolumen liegt aber rund 20 Prozent unter dem Vorjahreswert

Wert der Ausfuhren stieg im September um 3,8 Prozent, Einfuhren um 5,8 Prozent / Exportvolumen weiter unter Vorjahreswert

Wiesbaden. Nach dem Rückschlag zum Sommerende hat sich der deutsche Außenhandel im September kräftig belebt. Bereinigt um Saison- und Kalendereffekte stieg der Wert der Ausfuhren im Vergleich zum schwachen August um 3,8 Prozent und der Wert der Einfuhren um 5,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Ökonomen hatten den Ausfuhrrückgang um 1,8 Prozent im August als statistikbedingten „Ausrutscher“ auf dem Weg in den exportgetriebenen Aufschwung bewertet. Der Delle waren drei Wachstumsmonate auf niedrigem Niveau vorausgegangen, deren Trend sich nun im September fortsetzte. Die Einfuhren ziehen seit vier Monaten in Folge wieder an. Mit Exporten im Wert von 70 Milliarden Euro lag das Volumen im September aber noch um 18,8 Prozent unter dem des gleichen Vorjahresmonats. Die Importe schrumpften binnen Jahresfrist um 16,3 Prozent auf 59,4 Milliarden Euro. Mit dem Brutto-Überschuss von 10,6 Milliarden Euro blieb die Außenhandelsbilanz weiter positiv aber deutlich unter dem Wert aus dem September 2008 mit 15,3 Milliarden Euro. Bereinigt lag der Überschuss der Außenhandelsbilanz bei 9,9 Milliarden Euro. BGA sieht Beleg für beschleunigte Erholung des Außenhandels Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) interpretierte die Zahlen als Beleg für eine beschleunigte Erholung des deutschen Außenhandels. Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls betonte BGA-Präsident Anton F. Börner die Bedeutung der Märkte in Osteuropa. „Exportseitig sind die Länder wichtige Absatzmärkte für Investitions- und Konsumgüter, einfuhrseitig tragen sie über günstige Vorprodukte wesentlich zur Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit bei“, erklärte er in Berlin. Der Außenhandel war nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers vor einem Jahr extrem eingebrochen. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes sank die Nachfrage nach deutschen Produkten weltweit etwa gleich stark. In den ersten neun Monaten gingen die Exporte in die EU wie auch nach Übersee um mindestens 20 Prozent zurück. Auf die ersten neun Monaten ergab sich ein Exportminus von 22 Prozent auf noch 587 Milliarden Euro. Aktuell zeigen sich die Ausfuhren in die Eurozone mit einem Minus von 15,5 Prozent binnen Jahresfrist am stabilsten. Auch Industrieproduktion stabilisiert sich Die Stabilisierung zeigt sich auch in der Industrieproduktion. Sie stieg laut Bundeswirtschaftsministerium im dritten Quartal um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Zuvor war die Produktion über einen Zeitraum von fünf Quartalen geschrumpft. Nach Einschätzung der Regierung ist auch im laufenden vierten Quartal mit „einer Fortsetzung des Aufholprozesses im Bereich der Industrie“ zu rechnen. Die Commerzbank sah darin Zeichen einer kräftigen Erholung. Das Bruttoinlandsprodukt könnte im dritten Quartal um mehr als 0,5 Prozent zugelegt haben. Derzeit spreche alles dafür, dass dieses Tempo auch im vierten Quartal mindestens gehalten werde. Analysten der Unicredit führten die stark angestiegenen Importe auf die Einfuhr von Vorprodukten zurück, die in Deutschland weiterverarbeitet würden und den deutschen Export in den kommenden Monaten stützten. (dpa)

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