Eurotunnel drängt ins Bahnfrachtgeschäft

09.04.2003 06:00 Uhr

Lkw-Shuttle zwischen London und Dourges bei Lille geplant

Paris. Die Gruppe Eurotunnel hat beim Pariser Transportminister eine Lizenz als Eisenbahnbetreiber beantragt. Das meldete das Fachmagazin Transport Actualités. Mit Blick auf die kürzlich erfolgte Liberalisierung des Bahnfrachtsektors wolle das Unternehmen nunmehr ein breiter gefächertes Leistungspaket am Markt anbieten. So plane die Gesellschaft eine spezielle Lkw-Shuttle-Linie zwischen Daventry bei London und dem multimodalen Terminal Dourges in der Region Lille. Diese ließe sich als "rollender Container-Teppich" im Ein-Stunden-Takt einrichten, der die 400 km lange Strecke in nur fünf Stunden bewältige. Als Rückgrat dafür bezeichnete Eurotunnel-Entwicklungschef Alain Bertrand die 50 firmeneigenen Lokomotiven. Außerdem werde die Gesellschaft den Betriebs- und Streckennutzungsplan in eigener Regie handhaben, wenn auch entsprechende Vereinbarungen mit der Staatsbahn SNCF nicht auszuschließen seien. Für den Lkw-Shuttle will Eurotunnel auf britischen Wunsch Waggons des Typs Megafret einsetzen statt des urspünglich vorgesehenen Modells Modalhor. (vr/jb)

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