Zur illegalen Massenbeschäftigung osteuropäischer Fahrer durch das Lkw-Unternehmen Kralowetz gab EU-Binnenmarktkommissar Frits Bolkestein eine Erklärung vor dem Europäischen Parlament in Straßburg ab. Das Fuhrimperium mit Filialen in acht Ländern habe etwa 700 Fahrer eingesetzt, von denen die meisten weder Arbeitsverträge noch Sozialversicherung hätten. Nach der Verhaftung von Karl Kralowetz warteten viele von ihnen am Firmensitz im luxemburgischen Esch-Alzette auf ihren seit drei Monaten ausstehenden Billiglohn, informierte Bolkestein. Sie würden mit einer Starthilfe von tausend Euro pro Person in ihre Heimatländer gebracht. Der Fall zeige, dass Gesetze strikter angewandt werden müssten. Das betreffe unternehmerische Berufszulassung, Lenk- und Ruhezeiten, Fahrerarbeitszeit und EU-Bescheinigung für Drittstaaten-Fahrer. Diese Gesetze existierten oder würden gerade angenommen, erklärte der Kommissar. Es mangele aber an ihrer korrekten Anwendung, wofür das Beispiel Kralowetz eine bittere Lehre sei. (vr/dw)
EU-Wortmeldung zum Kralowetz-Skandal
Viele der osteuropäischen Fahrer warten seit drei Monaten auf ihren Lohn