Das Europäische Parlament hat am Donnerstag der Liberalisierung des Schienengüterverkehrs in Europa zugestimmt. Sachsen-Anhalts Europa-Abgeordneter Ulrich Stockmann (SPD) bezeichnete die Entscheidung als einen "Durchbruch in der europäischen Bahnpolitik". Ab 2003 würden die Kerntrassen und spätestens ab 2008 das gesamte EU-Schienennetz für den internationalen Güterverkehr geöffnet. "Auf den wichtigen europäischen Trassen wird jetzt ein echter Wettbewerb zwischen den Bahnen um die internationalen Gütertransporte entstehen", sagte Stockmann, der Mitglied des Verkehrsausschusses des Europaparlaments ist. Dadurch würden die Preise sinken, die Servicequalität werde besser und es komme mehr Verkehr auf die Schiene. Jetzt könnten die Bahnen ihre Stärke - Beförderungen über große Distanzen - auch entfalten. Stockmann sprach sich dafür aus, in einem zweiten Schritt die Liberalisierung der nationalen Bahnfrachtverkehre folgen zu lassen. Die EU-Kommission habe entsprechende Vorschläge noch für dieses Jahr angekündigt. Durch den Wettbewerb könnte ein Teil des Rückzugs aus dem flachen Land, den die DB-Cargo momentan vorführe, wieder rückgängig gemacht werden. (vr/dpa)
EU-Parlament öffnet Schienengüterverkehr für den Wettbewerb
Kerntrassen ab 2003, EU-Gesamtnetz ab 2008 für den Wettbewerb geöffnet