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EU macht bei Navigationssystem Galileo Tempo

Galileo soll die Unabhängigkeit Europas in der Satellitennavigation wahren
© Foto: ddp/ESA

Mitte nächsten Jahres sollen die ersten zwei Satelliten ins All geschickt werden / 2014 sollen die ersten Dienst zur Verfügung stehen


Datum:
26.10.2010
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Brüssel. Nach jahrelanger Verzögerung macht die Europäische Union beim milliardenschweren Prestigeprojekt Galileo Tempo. Die ersten beiden Satelliten für das Navigationssystem werden im Sommer nächsten Jahres in den Weltraum geschickt, kündigte EU-Industriekommissar Antonia Tajani am Dienstag in Brüssel an. 2014 würden die ersten Galileo-Dienste zur Verfügung stehen, darunter ein Navigationssystem für Autofahrer und eines für Rettungskräfte.

"Europa braucht Galileo. Ich will die Umsetzung beschleunigen", sagte der EU-Kommissar. Es ist ein Lauf gegen die Zeit, denn Galileo hinkt dem Zeitplan um mehr als sechs Jahre hinterher. Damit ist der technologische Vorsprung gegenüber den Wettbewerbern verspielt. Längst ist die Konkurrenz in China ("Compass") und Russland ("Glonass") am Start, und auch die Amerikaner planen für GPS eine verbesserte Version. In Europa gibt es dagegen bislang nur einen Testbetrieb.

China und Europa konkurrieren um die selbe Radiofrequenz

China hat für sein eigenes globales Navigationssystem dieselbe Radiofrequenz reserviert wie die Europäer. Wer sie zuerst nutzt, gelangt in ihren Besitz. Um die wichtige Frequenz zu halten, wollte die EU eigentlich noch in diesem Jahr erste Satelliten starten. Nun sollen bis Ende 2011 vier Satelliten im All sein.

Am Montagabend vergab die EU den Auftrag für die Steuerung der Satelliten an Spaceopal, ein Gemeinschaftsunternehmen vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der italienischen Firma Telespazio. Das Volumen beläuft sich auf 194 Millionen Euro. Zum Team gehört auch die Telekom. Gebaut werden die Satelliten vom Bremer Technologiekonzern OHB. Die letzten beiden Aufträge für die Infrastruktur und das Kontrollsystem am Boden vergibt die EU über die Weltraumbehörde ESA Anfang 2011.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sprach am Dienstag in Berlin von einem weiteren Meilenstein bei der Realisierung des Großprojekts Galileo. "Die herausragende Kompetenz des deutschen Raumfahrtsektors hat sich erneut durchgesetzt", sagte der Minister laut einer Mitteilung. Die Auftragsvergabe werde bis zu 100 Arbeitsplätze im Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen sichern.

Die Europäische Union hält trotz der Verzögerung an dem Projekt fest

Trotz jahrelanger technischer Schwierigkeiten und politischen Streits hält die EU an dem Projekt fest. "Wir arbeiten ganz entschieden darauf hin, dass dieses Programm realisiert wird", sagte Tajani. Die EU-Kommission erhofft sich von Galileo zusätzliche Einnahmen der Industrie und der öffentlichen Haushalte und beziffert das Plus auf 90 Milliarden Euro in zwölf Jahren. Zudem garantiere Galileo die Unabhängigkeit Europas in der Satellitennavigation. Berichte über eine Explosion der Kosten wies Tajani zurück.

"Derzeit haben wir 3,4 Milliarden Euro vorgesehen", sagte der Kommissar, fügte aber hinzu: "Natürlich kann es zu einer Aufstockung des Finanzbedarfs kommen." Der Europäische Rechnungshof hat die Kosten auf mehr als fünf Milliarden Euro geschätzt.

Mit Galileo wollen die EU und die Europäische Weltraumorganisation ESA die Vormachtstellung des US-Dienstes GPS (Global Positioning System) brechen. Galileo soll präziser als das amerikanische System arbeiten und weltweit die metergenaue Positionsbestimmung möglich machen. (dpa)

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