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ETCS: Kontroversen über Zugleitsystem

Das ETCS soll den Schienenverkehr zwischen den EU-Ländern vereinheitlichen
© Foto: imago/viennaslide/begsteiger

Vertreter von Politik und Wirtschaft haben unterschiedliche Standpunkte zur Ausrüstung des Zugleitsystems


Datum:
30.06.2011
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Berlin. Vertreter der Bundesverkehrsministeriums, der Europäischen Kommission, der Deutschen Bahn, der Schweizerischen Bundesbahn sowie der Bahnindustrie haben ihre unterschiedlichen Meinungen zum Zugsicherungs- und -leitsystems European Train Control System (ETCS) diskutiert. Das teilte das Deutsche Verkehrsforum am Donnerstag mit. Auf einer Gemeinschaftsveranstaltung des Interessenverbandes hätten die Vertreter ihre unterschiedlichen Auffassungen über Kosten, Nutzen und Startzeitpunkt des Leitsystems erörtert, aber auch klar gemacht, dass sie gemeinsam nach Lösungen suchen wollten.

Barrierefreier Schienenverkehr

Wie der Verband mitteilte, muss der durch Deutschland führende Teil des so genannten Korridors A, der von Rotterdam nach Genua führt, bis 2015 nicht nur mit ETCS ausgerüstet werden. Bis dahin müsse auch die Inbetriebnahme abgeschlossen sein. Ansonsten würde gegen europäische Vereinbarungen verstoßen. Das System solle einen barrierefreien, grenzüberschreitender Schienenverkehr ermöglichen und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit des Verkehrsträgers Schiene erhöhen.

Auf- statt Umrüstung

Klaus-Dieter Scheurle, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, machte nach Angaben des Verkehrsforums den Vorschlag, ETCS-fähige Triebfahrzeuge aufzurüsten. Dieses so genannte Specific Transmission Module-System sei schneller verfügbar und kostengünstiger als eine komplette Umrüstung der Schieneninfrastruktur mit ETCS.

Der EU Koordinator für das European Rail Traffic Management System, Karel Vinck, hält das für keine gute Idee, wie das Verkehrsforum mitteilt. Vinck habe auf die Signalwirkung der deutschen Entscheidung für Europa verwiesen. Auch Jochen Eickholt von Siemens habe betont, es sei wichtig, eine einheitliche Version des Zugleitsystems für Europa zu verwirklichen. Auch Hans Leibbrand vom VDB und Thales Deutschland habe davor gewarnt, dass Deutschland bei der Ausrüstung mit ETCS nicht hinterherhinken dürfe. Stefan Sommer, Leiter Zugbeeinflussung SBB Infrastruktur, habe ergänzt, die Einführung von ETCS reduziere die Zugsicherungsgeräte pro Log auf ein einziges, und bringe den Bahnunternehmen so einen echten Nutzen. (nck)

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