Embraer will Frachter bauen

21.04.2009 14:39 Uhr
Embraer
Embraer will künftig Frachtflugzeuge für den Mittelstreckeneinsatz bauen
© Foto: Embraer

Brasilianer bringen ein kleines Frachtflugzeug auf den Markt: Zweistrahliger Düsenjet KC-390 schafft bis zu 19 Tonnen Nutzlast

Rio de Janeiro. KC-390 ist der Projektname für einen vom brasilianischen Flugzeughersteller Embraer geplanten Frachter, der im Jahr 2015 ausgeliefert werden soll. Die Konzeption für den Transporter wurde auf einer Luftfahrtmesse in Rio de Janeiro jetzt der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Zugleich unterzeichneten führende Vertreter des brasilianischen Militärs und Vorstandsmitglieder von Embraer dort einen Entwicklungs- und Liefervertrag im Wert von umgerechnet rund einer Milliarde Euro. Nach den vorliegenden Planungen soll der zweistrahlige Düsenjet KC-390 bis zu 19 Tonnen pro Start mitnehmen können. Das entspricht etwa der Kapazität einer älteren Boeing 737-200F, die bei einigen Fluglinien ebenfalls seit Jahren als Kurz- und Mittelstreckenfrachter im kommerziellen Einsatz ist. Obwohl zunächst für die brasilianische Luftwaffe entwickelt, soll das Frachtflugzeug nach Aussage von Embraer auch kommerziellen Airlines und Expressdiensten zum Kauf angeboten werden. Über den voraussichtlichen Preis machten die Firmenvertreter keine Angaben. Für die in Sao Jose dos Campos nahe Sao Paulos beheimatete Empresa Brasileira de Aeronautica S.A. (Embraer) ist der angekündigte Bau eines Frachtflugzeugs ein Novum, da das Unternehmen bisher nur diverse Regionalflugzeuge für den Passagiertransport hergestellt hat, wie etwa das Erfolgsmodell ERJ 145. Der Schritt würde eine Lücke bei kleineren Cargoflugzeugen füllen, die weder bei Boeing noch Airbus zum Bauprogramm gehören. Zwar entwickelt der Airbus-Konzern derzeit mit der A400M einen Militärtransporter, für den 180 Bestellungen diverser europäischer Staaten vorliegen. Doch die von Airbus versprochenen Leistungsdaten bei Eigengewicht und Nutzlast konnten die Prototypen nicht erfüllen. Deshalb musste die Serienfertigung immer wieder verschoben werden. Jetzt soll das Programm komplett überarbeitet werden, so dass mit Auslieferung der ersten Maschine nicht vor 2013 zu rechnen ist, sollten die Abnehmerstaaten dem neuen Paket zustimmen. (hs)

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